Der Vortrag von Anthony Tang, Mattias Finke, Michael Blackstock, Rock Leung, Meghan Deutscher, Rodger Lea (University of British Columbia) begann mit einem überraschenden Statement:

I am actual not interested in users at all.

Das ließ nach den bisherigen Konferenzbeiträgen auf etwas Kontroverses hoffen. In dem Vortrag ging es aber dann darum, wie man Zuschauer eines öffentlichen interaktiven Systems zum Mitmachen bewegt.
Konkret ging es um eine öffentliche Anzeigetafel namens Magicboard, mit der man mit SMS interagieren kann. Bei ihren Beobachtungen haben Tang, Finke, Blackstock, Leung, Deutscher und Lea folgende Zuschauertypen identifiziert:
* Passer-by (Vorbeigehende)
* Stander-by (in sicherer Entfernung Stehende)
* Engaged bystanders (mutige Interessierte)
Um nun alle diese Zuschauertypen zu Anwendern zu machen, muss ein interaktives öffentliches System zum einen sehr offensichtlich zeigen, dass es interaktiv ist und wie es funktioniert. Ein anderer wichtiger Punkt ist, dass Anwender sowohl ihr Identität als auch ihre Interaktion mit dem System verbergen können. Es sollte nicht offensichtlich sein, wer gerade das System benutzt – es sei denn, die Anwender wünschen dies explizit.

Siehe auch

CHI 2008


Ulf Schubert

Ulf ist Experte für Design Management, User Experience und Design Thinking. Aktuell ist er als Head of UX bei DATV für die User Experience der DATEV Produkte verantwortlich. Davor hat er mit seiner Agentur openeyes bzw. später bei SirValUse Unternehmen, wie z.B. eBay, Microsoft, OTTO, Axel Springer und MINI, zu User Experience, Innovation und Design beraten. Er engagiert sich über Bitkom und German UPA für besseres Digital Design in Deutschland. Er teilt seine Erfahrungen über Vorträge auf Konferenzen und Trainings. Er ist einer der Gründer und Organisatoren des UX Stammtisch Franken.