Karen McGrane eröffnete den dritten Tag der UX London mit einem sehr unterhaltsamen Vortrag zu Content Modelling. Zu Beginn ihres Vortrages stellte sie sehr anschaulich heraus, dass schon heute nur noch bedingt vorhersehbar ist, auf welchem Gerät und in welcher Form Inhalte wiedergegeben werden.

Sie geht davon aus, dass Inhaltsproduzenten zukünftig zunehmend immer weniger Kontrolle darüber haben werden, wie ihre Inhalte wiedergegeben werden. Ob das Medium Papier, Computer, Smartphones, Wearables, Audio, TVs oder was auch immer ist, bestimmt nicht mehr der Produzent, sondern der Verwender. 

WYSIWYG is dead.

Heute tun sich sich viel Redakteure schwer Inhalte zu erstellen ohne dabei gleichzeitig an deren Ausgabeformate zu denken. Da sich einmal erstellte Inhalte aber nur mit hohem Aufwand auf die neuen Anforderungen anpassen lassen, empfiehlt sie vor jeder Erstellung von Inhalten einen Content Modelling-Prozess zu durchlaufen. Dieser sieht grob so aus:

  • Beschreibe die Inhaltstypen. (z.B. Rezept, Koch, Metadaten, …)
  • Beschreibe die Attribute von Inhaltstypen (z.B. Zutaten, Anleitung, Zeitangaben,…)
  • Visualisiere den Zusammenhang zwischen Inhaltstypen, Attributen um die Inhaltsstruktur zu verstehen. 

Im Ergebnis entstehen Modelle wie dieses hier von einem Inhaltsanbieter von Rezepten, der seine Inhalte auf unterschiedlichen Wegen publiziert:

Das Content Modell hängt stark vom Ziel und der Organisation des Unternehmens ab für die das Modell erstellt wird. Es muss daher immer individuell erstellt werden.

Our future depends on escaping from the blops. 

Sie verwies darauf, dass heutige Redaktionswerkzeuge und -prozesse noch nicht auf die aktuellen Herausforderungen ausgerichtet sind. Sie empfiehlt aber trotzdem mit der Transformation von der Erstellung von Blobs (Inhaltsklöpse, die auf nur auf bestimmten Ausgabewegen funktionieren) hinzu Chunks (kleine Inhaltsstücke, die so aufbereitet sind, dass sie unabhängig vom Ausgabeweg funktionieren) zu beginnen.

Siehe auch

Folien zum Vortrag

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Ulf Schubert

Ulf ist Experte für Design Management, User Experience und Design Thinking. Aktuell ist er als Head of UX bei DATV für die User Experience der DATEV Produkte verantwortlich. Davor hat er mit seiner Agentur openeyes bzw. später bei SirValUse Unternehmen, wie z.B. eBay, Microsoft, OTTO, Axel Springer und MINI, zu User Experience, Innovation und Design beraten. Er engagiert sich über Bitkom und German UPA für besseres Digital Design in Deutschland. Er teilt seine Erfahrungen über Vorträge auf Konferenzen und Trainings. Er ist einer der Gründer und Organisatoren des UX Stammtisch Franken.