Manchmal muss man auch als glühender Verfechter von User Research Methoden davon abraten. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Ideen für neue Produkte im Konzeptstadium mit klassischen User Research-Methoden evaluiert und getestet werrden sollen. Ideen für neue Produkte, sind fragile Gebilde. Sie gehen kaputt, wenn sie in einer „nicht begreifbaren“ Form auf ein Publikum treffen, was noch nicht bereit dafür ist. Nach meiner Erfahrung ist es nicht möglich Ideen in dieser Form direkt mit klassischen Verfahren zu bewerten.

Ich nehme in solchen Fällen gern den Umweg über die Evaluation der Probleme und Motive der zukünftigen Anwender. Ich frage also nicht danach, ob die Produktidee gut ist, sondern wie Menschen mit bestimmten Problemen umgehen und warum sie das so tun. Aus diesen Antworten kann man dann erkennen, ob es wert ist die Produktidee in einen anfassbaren, erlebbaren und begreifbaren Prototypen zu verwandeln, den man dann wieder mit User Research Methoden evaluieren kann.

Um dies anschaulich erklären zu können, greife ich gern auf dieses Video zurück:

Dieses Video ist zwar schon 7 Jahre alt, hat aber nichts an Aktualität verloren.

Auch sehenswert

killing good ideas – wheel


Ulf Schubert

Ulf ist Experte für Design Management, User Experience und Design Thinking. Aktuell ist er als Head of UX bei DATV für die User Experience der DATEV Produkte verantwortlich. Davor hat er mit seiner Agentur openeyes bzw. später bei SirValUse Unternehmen, wie z.B. eBay, Microsoft, OTTO, Axel Springer und MINI, zu User Experience, Innovation und Design beraten. Er engagiert sich über Bitkom und German UPA für besseres Digital Design in Deutschland. Er teilt seine Erfahrungen über Vorträge auf Konferenzen und Trainings. Er ist einer der Gründer und Organisatoren des UX Stammtisch Franken.