FlowLight – Reducing Interuptions at Work #chi2017

Manuel Züger und Andrè N. Meyer (University of Zurich) haben ihrem Beitrag ein Beleuchtungssystem vorgestellt, welches Störungen und Ablenkungen durch zwischenmenschliche Interaktionen in Großraumbüros oder Open Spaces reduzieren soll.

FlowLight funktioniert dabei wie eine Ampel, welche die Verfügbarkeit der Kollegen für Kommunikation anzeigt. Die Ampelstadien werden dabei automatisch mit Hilfe von Algorithmen auf Basis des Nutzerverhaltens gesetzt. Werden beispielsweise Maus und Tastatur bedient, schaltet das System automatisch auf rot. Sie evaluierten das System in einer breit angelegten Studie (n=449). Diese zeigte, dass die Unterbrechungen durch das Ampelsystem in der Anfangszeit der Nutzung tatsächlich abnehmen und dies positive Auswirkungen auf die Arbeit hat. Einige Nutzer berichteten darüber, dass die Unterbrechungen in den ersten Tagen zunahmen, da sie die Ampel erklären mussten. Die Studie erstreckte sich über 2 Monate. Innerhalb dieser Zeit wurde das System intensiv genutzt.

Meine persönliche Ergänzung: Wir haben ähnliche – wenn auch nicht so intelligente – Systeme bei uns ausprobiert. Wir haben dazu ein Ampelsystem (Lampe mit unterschiedlichen Farben am Tisch) und ein Tisch-Fähnchen (Fähnchen oben = bitte nicht stören) zur Anzeige der Verfügbarkeit ausprobiert. Wir haben ebenso die Erfahrung gemacht, dass dies in der Anfangszeit gut funktioniert hat, auch wenn die Mitarbeiter die Fähnchen selbst setzen bzw. die Ampel manuell über seinen Outlook-Kalender bzw. seinen Lync-Status verändern mussten. Über eine längere Zeit hat sich ein derartiges System bei uns aber nicht bewährt. Die Nutzung ging nach ein paar Wochen schnell zurück, weil sich die Kollegen zum einen nicht dauerhaft an den Ampelstatus hielten und es trotzdem zu Unterbrechungen kam. Zum anderen gibt es in der Arbeitswelt mit Chat und Telefon noch weitere potentielle Störungsquellen, die von diesen Systemen nicht adressiert werden können.

Siehe auch

http://sealuzh.github.io/FlowTracker/