Bitkom hat mit dem Digital Design Manifest einen Aufruf für mehr Gestaltungskompetenz in der Softwareentwicklung veröffentlicht.

Die digitale Transformation wird in vielen Unternehmen stark aus technologischer Sicht betrachtet und angegangen. Die Fokussierung auf den Nutzen für den Menschen fehlt zu oft. Auf diese Weise kann es der deutschen Digitalwirtschaft nur schwerlich gelingen die digitale Transformation erfolgreich zu meistern.

„Software ist der Kern der Digitalisierung und hat immer größeren Einfluss auf unser Leben und die Wirtschaft. Software-Entwicklung ist heute nicht einfach mehr nur das Schreiben von Programmen, es ist zum Gestalten komplexer Systeme geworden – in aller Regel aber ohne dafür gezielt ausgebildetes Personal“ – Dr. Frank Termer, Bereichsleiter Software, Bitkom e.V.

Um diesem Umstand zu begegnen, möchte der Digitalverband einen Veränderungsprozess über die Professionen der IT einleiten. Dieser soll die Unternehmen der Digitalwirtschaft beim Meistern der digitalen Transformation unterstützt.

Kern der Initiative ist es, die Professionen der IT in Richtung das Rollenideal „Digital Designer“ zu erweitern. Die scharfe Trennung zwischen den Rollen und damit die Verteilung der Kernkompetenzen in Technologie, Gestaltung und Business auf einzelne Personen in den Entwicklungsteams soll aufgehoben werden. Die IT-Professionen sollen zukünftig mehr „pi-shaped“ bzw. „comp-shaped“ auf diese drei Kompetenzbereiche ausgerichtet werden. Die dadurch entstehende Überlappung der Professionen würde maßgeblich zu einer besseren Zusammenarbeit im Team und damit zu besseren Ergebnissen führen. Beispielsweise sollen dafür zukünftig in der Informatik-Ausbildung nicht nur technologische Kompetenzen sondern auch gestalterische und geschäftliche Kompetenzen vermittelt werden. In der Ausbildung von UX Designern bzw. UI Designern sollen im Gegenzug in Zukunft mehr technologische und geschäftliche Kompetenzen vermittelt werden.

Ich persönlich engagiere mich für die Bitkom-Initiative, da ich glaube, dass Überlappung der Rollen der Softwareentwicklung dringend notwendig und eine wesentliche Grundlage für den digitalen Wandel ist. Die aktuelle Rollentrennung und die zu stark fokussierte Ausbildung auf einzelne Kernkompetenzen muss erweitert werden. Das Rollenideal „Digital Designer“ gibt aus meiner Sicht hierfür die richtige Orientierung.

Bisher haben mehr als 150 Unternehmen und Personen ihre Unterstützung der Initiative durch das Unterschreiben des Digital Design Manifestes signalisiert. Wenn Du das Digital Design Manifest und den Wandel in den IT-Professionen auch unterstützen möchtest, kannst Du unter www.digital-design-manifest.de Deine Zeichen setzen.

„Die Initiative rund um das Manifest adressiert einen blinden Fleck in der bisherigen Diskussion über Digitalisierung. Sie will damit einen Beitrag leisten, damit Deutschland seine digitale Zukunft aktiv gestalten kann“ – Dr. Frank Termer, Bereichsleiter Software, Bitkom e.V.

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Ulf Schubert

Ulf ist Experte für Design Management, User Experience und Design Thinking. Aktuell ist er als Head of UX bei DATV für die User Experience der DATEV Produkte verantwortlich. Davor hat er mit seiner Agentur openeyes bzw. später bei SirValUse Unternehmen, wie z.B. eBay, Microsoft, OTTO, Axel Springer und MINI, zu User Experience, Innovation und Design beraten. Er engagiert sich über Bitkom und German UPA für besseres Digital Design in Deutschland. Er teilt seine Erfahrungen über Vorträge auf Konferenzen und Trainings. Er ist einer der Gründer und Organisatoren des UX Stammtisch Franken.