user experience design und web analytics 24Feb08

Louis Rosenfeld hat auf seinem Blog einen sehr spannenden Artikel über die Gestaltung des "Finde-Erlebnisses" veröffentlicht. Er meint:

Finding is arguably at the center of all user experiences. If nothing else, it's what has powered the growth of the web, thereby guaranteeing most of those reading this article some form of gainful employment. And even for sites and products that aren't centered on some sort of finding (...), well, some sort of finding is necessarily a requirement for success (...).

Trotz der großen Bedeutung werden noch nicht alle Vorgehensweisen eines suchenden Anwenders so unterstützt, dass das "Finde-Erlebnis" optimal wäre.

Unfortunately, most of the systems we design don't really support finding. We might do a bang-up job with searching, browsing, or asking. But we've failed at integrating them well; therefore our designs fail at helping users to shift effortlessly between these different aspects of finding, and instead impose harsh interruptions on the process.

Aus seiner Sicht gibt es folgende Gründe, warum das Finden in der digitalen Welt nicht optimal ist:

  • Es gibt auch in der realen Welt kein Vorbild bzw. Modell welches die verschiedenen Vorgehensweisen beim Finden gleich gut unterstützt. Selbst eine gute Bibliothek bietet keine optimalen Möglichkeiten für das Finden.
  • Die Vorgehensweisen beim Finden fallen oft in unterschiedliche Verantwortungsbereiche. Suche ist Sache der IT, Browsen ist Sache von Design und Marketing, Fragen ist Sache des Kundenservice. Erschwerend kommt noch hinzu, dass die technischen Systeme, welche das Finden unterstützen oft nicht verbunden sind. Die dadurch entstehenden Hürden verhindern ein optimales "Finde-Erlebnis".
  • Der Finde-Prozess wird oft nicht mit dem Blick auf eine ganzheitliche User Experience gestaltet. Wichtige Informationen zum Suchverhalten der Nutzer werden nicht berücksichtigt, obwohl sie vorhanden wären.

Letzterer Punkt führt ihn zu der, auch von mir unterstützten Haltung, dass eine gute User Experience genaues Wissen über das Verhalten der Anwender voraussetzt. Im Web-Bereich kann man schon heute beobachten, dass die Disziplinen User Experience Design und Web Analytics zusammenwachsen. Nicht ohne Grund erfreuen sich Werkzeuge wie google analytics oder Leotrace großer Beliebtheit.

Ich muss hier noch hinzufügen, dass das Zusammenwachsen von UX Design und Analytics-Tools im Software-Bereich leider noch nicht soweit ist. Es gibt erste Ansätze - allerdings habe ich noch kein Werkzeug gesehen, was es ermöglicht auf breiter Basis das Verhalten der Anwender von Desktop-Software kontinuierlich aufzuzeichnen, auszuwerten und in das User Experience Design einfließen zu lassen. Zum Glück ist das nur noch eine Frage der Zeit. ;-)

Siehe auch

The road to finding is paved with data: Web analytics and user experience






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