MIX09: Designing the Windows 7 Desktop Experience
Stephan Hoefnagels (Senior UX Designer, Windows Team, Microsoft) hat auf der MIX ein paar sehr spannende Details über die Entwicklung des Desktops von Windows 7 erzählt.
Zu Beginn der Überarbeitung der Oberflächengestaltung des Windows 7 Desktops stand eine Studie mit 300 Testpersonen. In dieser Studie ging es um die Frage: "Wie organisieren Anwender ihren Desktop.". Dabei haben sich beim Windows Desktop u.a. folgende Probleme gezeigt:
- Es gibt zu einem Programm viele Zugänge bzw. Icons auf dem Desktop,
- Der Desktop wirkt wegen der vielen Icons unruhig,
- Der Platz in der Taskbar wird oft nicht optimal genutzt. Dort werden so viele Symbole angezeigt, dass oft einige Symbole ausgeblendet werden müssen,
- Beim Navigieren zwischen mehreren Fenstern ist den Anwendern oft nicht sofort ersichtlich hinter welchem Knopf sich in der Taskbar das gesuchte Fenster verbirgt,
- Beim Drag & Drop ist das Fensterhandling aufwändig.
Für den Windows 7 Desktop hat sich das Designteam dann folgende Ziele gesetzt:
- Things you use all the time are at your fingertips
- Manage your windows with confidence
- You are in control
- Clean and lightweight
Begonnen hat der Designprozess für den Windows 7 Desktop im Jahr 2007. Insgesamt arbeiten am Windows 7 Desktop 40 Leute, welche ca. 400 Wireframes bzw. Low Fidelity Prototypen und ca. 150 High Fidelity Prototypen für verschiedene Themen rund um den Windows 7 Desktop gebaut haben. Bemerkenswert fand ich, dass allein an der Taskbar ein interdisziplinäres Team von 12 Entwicklern, Testern, UX Researchern und Designern arbeiten.
Seine "Lessons Learned" aus dem bisherigen Designprozess:
- Gemeinsame Ziele und UX Prinzipien im Designteam vereinbaren,
- Kleine Themen vornehmen und nicht alle Probleme auf einmal lösen wollen,
- frühzeitig Prototypen in der Entwicklungstechnologie erstellen,
- Iteratives Vorgehen und viele Ideen ausprobieren,
- Feldstudien zur Evaluierung nutzen,
- "Liebe zum Detail" ist wichtig,
- Nicht auf interne Usability-Tests vertrauen, da diese oft irreführende Ergebnisse liefern.
Ein sehr schöner Vortrag. :-)