Kategorie-Archiv: Buchempfehlungen

Buchtipp: Lean UX – Mit der Lean-Methode zu besserer User Experience 

Als ich die Bitte um Buchrezension des Verlages bekam und den Titel dieses Buches las, war ich mir anfangs unsicher, ob es sich lohnen würde dieses Buch zu lesen. Es gibt ja genug Beispiele, die gezeigt haben, dass die bloße Kombination der Namen zweier erfolgreicher Denkprinzipien bzw. methodischer Ansätze – wie Lean Management und User Experience – noch lange kein Garant für einen guten methodischen Ansatz ist. Nachdem ich das Buch nun gelesen habe, muss ich sagen: Der Titel täuscht.

In ihrem Buch „Lean UX“ stellen Jeff Gothelf und Josh Seiden eine schlanke und sehr anwenderorientierte Vorgehensweise für die Gestaltung von digitalen Produkten vor, die sie auf Basis ihrer praktischen Erfahrungen entwickelt haben. Sie kombinieren dabei Best Practices von Human Centered Design, Lean Startup und User Experience mit den Prinzipien der agilen Softwareentwicklung.

„Lean UX repräsentiert drei Dinge. Am offenkundigsten ist es sicherlich als Instrument zur Modifizierung von Designprozessen zu verstehen (…) Lean UX ist eine Denkweise, die es uns gestattet, uns unserer Arbeit auf neuen Pfaden zu nähern. Und es ist auch eine Art Geisteshaltung gegenüber dem Umgang mit bzw. der Verwaltung von Software.“ 

Das Buch beginnt mit den Prinzipien von Lean UX, die wie gesagt eine Kombination von bewährten Prinzipien anderer methodischer Ansätze sind. Diese Prinzipien bringen Lean UX aus meiner Sicht auf den Punkt und sind für mich der Kern des Buches. Im zweiten Teil wird anhand von praktischen Beispielen und einzelne Methoden, wie Personas, Collaborative Design, Styleguides, MVPs, Prototypen und Collaborate Discovery beschrieben, wie diese Prinzipien in der täglichen Arbeit zum Leben erweckt werden können. Im letzten Kapitel werden Erfolgsfaktoren und Fallstricke bei der Einführung von Lean UX angesprochen.

Das Buch liefert in diesem Atemzug auch eine ganze Reihe knackiger Zitate, die sich für die unternehmensinterne Einführung verwenden lassen. 

 

Ein Wort noch zu Continous & Collaborative Discovery: Einer der Kerngedanken von Lean UX ist es, Anwender kontinuierlich durch das gesamte Entwicklungsteam einzubeziehen und die Produktgestaltung im Team zu erarbeiten. Tätigkeiten wie User Research werden bei diesem Vorgehen nicht an teamexterne Dienstleiser ausgelagert, sondern:

„Vielmehr werden die Recherchetätigkeiten und -Verantwortlichkeiten über das ganze Team verteilt und miteinander geteilt.“

Es ist in gewisser Weise eine Abkehr von der zunehmenden Verbreitung von Expertenrollen und Expertenteams in der Softwareentwicklung. Es ist aber keine radikale Abkehr. Es geht den Autoren im Wesentlichen darum, das Experten ihr Wissen nicht in den Silos ihrer Teams horten, sondern direkt in die Teamarbeit einbringen sowie das Team und auch sich dadurch weiterbilden.

„Gestatten Sie Ihren Kollegen, Beiträge zu allen Disziplinen zu leisten, in denen sie Know-How besitzen oder für die sie sich interessieren.“

Mein Fazit

Das Buch ist sehr lesenswert. Mich hat es mit einem Leseaufwand von schlanken drei Abenden einen deutlichen Schritt vorangebracht. Ihr solltet aber kein fertiges Kochrezept erwarten. Das Buch ist eine Art Sammlung bewährter Prinzipien und Methoden, die ihre Wirkung durch leichte Modifikation und Neukombination entfalten.

Machen hat Vorrang vor Analysieren.

Bei dem Buch handelt es sich um eine deutsche Übersetzung aus dem Englischen. Leider ist an manchen Stellen der Charme des englischen Originals etwas verloren gegangen und bei einzelnen übersetzten Fachbegriffen muss man etwas Fantasie mitbringen, um diese wiederzuerkennen. Aber der Inhalt ist so leicht verständlich, dass das nicht weiter ins Gewicht fällt.

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Das Buch ist beim mitp-Verlag erhältlich.

Multiscreen Experience Design – Workshops und Buch

Die Anzahl der Bildschirme um uns herum nimmt rasant zu und stellt damit UX Designer vor eineneue Herausforderung – dem Multiscreen Experience Design. Die Zeiten in denen wir Oberflächen für eine Bildschirmauflösung oder ein Gerät gestaltet haben, neigen sich dem Ende. Heute müssen bei der Gestaltung von Oberflächen unterschiedlichen Nutzungskontexte, Ökosysteme und Geräte berücksichtigt werden.

Und weil das nicht gerade einfach ist, haben sich Wolfram Nagel und Valentin Fischer diesem Thema verschrieben. Sie skizzieren in Ihrem Buch „Multiscreen Experience Design“ Lösungsansätze.

Im Buch werden Nutzertypen ausführlich vorgestellt, ihre Motive, ihre Bedürfnisse und ihre Nutzungsverhalten. Die vier (derzeit) relevanten Geräteklassen und ihre Besonderheiten werden ebenso thematisiert wie etwa die unterschiedlichen Nutzungskontexte. Im Kapitel »Strategie und Beispiele« werden zahlreiche Beispiele aus der Praxis vorgestellt. Anhand dieser Device-, Nutzer- und Kontext-Prototypen beschreiben die beiden Autoren Methoden und Prinzipien, die bei der Erstellung ganzheitlicher Bedien- und Erfahrungskonzepte von Bedeutung sind. Fachbegriffe, die meisten aus dem Englischen kommend, werden abschließend in einem Glossar erläutert.

Das Buch ist auf Amazon erhältlich.

Neben dem Buch vermitteln die beiden Multiscreen-Experten ihre Botschaften und Erkenntnisse über eine Webseite und über Multiscreen-Workshops:

Mit unseren Workshops und Vorträgen liefern wir eine kompakte Einführung zu den Themen Multiscreen, User Experience Design und Content Management. Im Vortrag stellen wir die wichtigsten Faktoren vor und geben einen Überblick über hilfreiche und nützliche Prinzipien und Methoden und zeigen viele Best Practise-Beispiele aus dem Multiscreen-Umfeld. Workshops und Seminare stimmen wir auf Wunsch individuell auf Ihre Bedürfnisse ab. Wir schärfen Ihren Fokus und helfen Ihnen über den Tellerrand zu blicken. Außerdem gehen wir gerne auf Fragen zu Ihren Projekten ein und liefern Ihnen Ansätze und Inspiration für die tägliche Arbeit im Bereich digitaler (und auch analoger) Medien.

Der nächste Workshop findet übrigens am 07.11. in Hannover statt.

Siehe auch

Buch „Multiscreen Experience Design“
Workshops „Multiscreen Experience Design“

Where Good Ideas Come From: The Natural History of Innovation

Amazons Beschreibung

One of our most innovative, popular thinkers takes on-in exhilarating style-one of our key questions: Where do good ideas come from?
With Where Good Ideas Come From, Steven Johnson pairs the insight of his bestselling Everything Bad Is Good for You and the dazzling erudition of The Ghost Map and The Invention of Air to address an urgent and universal question: What sparks the flash of brilliance? How does groundbreaking innovation happen? Answering in his infectious, culturally omnivorous style, using his fluency in fields from neurobiology to popular culture, Johnson provides the complete, exciting, and encouraging story of how we generate the ideas that push our careers, our lives, our society, and our culture forward.
Beginning with Charles Darwin’s first encounter with the teeming ecosystem of the coral reef and drawing connections to the intellectual hyperproductivity of modern megacities and to the instant success of YouTube, Johnson shows us that the question we need to ask is, What kind of environment fosters the development of good ideas? His answers are never less than revelatory, convincing, and inspiring as Johnson identifies the seven key principles to the genesis of such ideas, and traces them across time and disciplines.
Most exhilarating is Johnson’s conclusion that with today’s tools and environment, radical innovation is extraordinarily accessible to those who know how to cultivate it. Where Good Ideas Come From is essential reading for anyone who wants to know how to come up with tomorrow’s great ideas.

Literaturverweis

Johnson, S. (2010): Where Good Ideas Come From: The Natural History of Innovation, Riverhead

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Reviews

Book Review: Where Good Ideas Come From (scottberkun.com)

Dynamic Prototyping with SketchFlow in Expression Blend: Sketch Your Ideas…and Bring Them to Life!

Amazons Beschreibung

This book is for designers, user experience pros, creative directors, developers, or anyone who wants to create rich, interactive, and compelling products. If you want to communicate innovative ideas, research, experiment, and prototype in the language of the interface, Dynamic Prototyping with SketchFlow in Expression Blend is the perfect text. Learn how to sketch, iterate, and validate ideas–utilizing the power and productivity within SketchFlow.

Literaturverweis

Bernard, C. / Summers, S. (2010): Dynamic Prototyping with SketchFlow in Expression Blend: Sketch Your Ideas…and Bring Them to Life!, Que

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User Interface Tuning

Amazons Beschreibung

Der Begriff „User Interface Tuning“ bezeichnet verschiedene Maßnahmen und Methoden zur Gestaltung und Optimierung von Benutzungsschnittstellen. Ziel ist es, den Benutzer oder Endanwender in den Mittelpunkt aller Aktivitäten des Gestaltungsprozesses zu rücken. Dieses Buch gibt einen Einblick in die Methoden der benutzerzentrierten Gestaltung und beschreibt, wie sich solche Methoden in einen iterativen Gestaltungsprozess einbinden lassen. Anhand einer Fülle von Praxisbeispielen vermittelt das Buch, wie benutzerzentrierte Gestaltung in realen Entwicklungsprojekten umgesetzt werden kann und zum Gewinn für alle Beteiligten wird. Die Praxisbeispiele umfassen Anwendungen aus den Gebieten „Business und Industrie“, „Business-to-Consumer“ und „Consumer Products und Inclusive Design“. Das Buch richtet sich an Produktmanager, Designer, Produktentwickler, Ergonomen und Psychologen sowie jeden Leser, der sich dafür interessiert, wie Produkte menschlicher und letztendlich erfolgreicher gestaltet werden können. Die Herausgeber des Buches sind bei der User Interface Design GmbH tätig und beraten seit mehr als 15 Jahren industrielle Unternehmen bei der benutzerzentrierten Gestaltung von interaktiven Systemen und Produkten.

Literaturverweis

Machate, J. / Burmester, M. (2003): User Interface Tuning, Software & Support Verlag

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Usability Management bei SAP-Projekten. Grundlagen – Vorgehen – Methoden

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Bisher gab es noch keine dezidierte Vorgehensweise für Usability Management bei SAP Projekten, weder für Entscheidungsträger noch für Berater. Gleichwohl sind Benutzerproduktivität, Total Cost of Ownership eines SAP Systems und Arbeits- und Gesundheitsschutz Themen, die in den Unternehmen ernst genommen werden. Im Rahmen eines mehrjährigen, von BIT e.V Bochum, bao GmbH Berlin und TBS NRW Dortmund durchgeführten Projektes wurde deshalb zusammen mit der SAP AG ein Vorgehensmodell und Qualifizierungsprogramm für betriebliche Entscheidungsträger und SAP-Berater zum Usability Management bei SAP-Projekten entwickelt. Entscheidungsträger und SAP-Berater in Unternehmen erhalten mit diesem Buch Anleitung und Anregung für Usability Management bei SAP-Projekten in der Praxis. Sie erfahren Wege, wie die Produktivität der Software durch Einbeziehen der Benutzer in die Gestaltung erhöht werden kann und wie man professionell auf Benutzeranforderungen reagiert.

Literaturverweis

Abele , P. / Hurtienne, J. / Prümper, J. (2007): Usability Management bei SAP-Projekten. Grundlagen – Vorgehen – Methoden, Vieweg

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Effective Prototyping for Software Makers

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‚There are many steps in the development of successful software projects, but one major key is prototyping: rapid, effective methods for testing and refining designs. Effective prototyping can be remarkably simple, yet provide powerful results without delaying the project. Indeed, effective prototyping is often the key to faster development. Up to now, there has been no single source for how it is done. But here, in this comprehensive book, Jonathan Arnowitz, Michael Arent, and Nevin Berger explain all in this essential guide to software prototyping. Everything you ever wanted to know, but had no idea who to ask.‘ – Don Norman, Nielsen Norman Group & Northwestern University, author of „Emotional Design“. ‚This is an ideal text for professional software engineers and designers who are new to prototyping as well as students in engineering, design, and human factors. The concepts and techniques presented in this volume should be considered part of the foundational knowledge for anyone in the software development field. I recommend this book to any software company that wants to improve their capability to build great products.‘ – Jim Faris, The Management Innovation Group LLC. Much as we hate to admit it, most prototyping practice lacks a sophisticated understanding of the broad concepts of prototypingand its strategic position within the development process. Often, we overwhelm with a high fidelity prototype that designs us into a corner. Or, we can underwhelm with a prototype with too much ambiguity and flexibility to be of much use in the software development process. This book will help software makers, developers, designers, and architects build effective prototypes every time: prototypes that convey enough information about the product at the appropriate time and thus set expectations appropriately. This practical, informative book will help anyone whether or not one has artistic talent, access to special tools, or programming ability to use good prototyping style, methods, and tools to build prototypes and manage for effective prototyping. It features: a prototyping process with guidelines, templates, and worksheets; overviews and step-by-step guides for 9 common prototyping techniques; an introduction with step-by-step guidelines to a variety of prototyping tools that do not require advanced artistic skills, including Excel, Visio, and Acrobat; templates and other resources used in the book available on the Web for reuse; clearly-explained concepts and guidelines; full-color illustrations, and examples from a wide variety of prototyping processes, methods, and tools.

Literaturverweis

Arnowitz , J. / Arent, M. / Berger, N. (2007): Effective Prototyping for Software Makers , Elsevier LTD

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