Kategorie-Archiv: Ideas / Innovation

Mozilla veröffentlicht Open Innovation Toolkit

Innovationen in einer offenen Community zu fördern und zu treiben, ist keine einfache Sache. Mozilla versucht es in seiner Community mit einem Open Innovation Toolkit. Dieses beinhaltet eine Vielzahl an Methoden und Best Practices für Human-Centered Design sowie die Suche nach Innovationen.

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Das Mozilla Open Innovation Toolkit beschreibt in einer knappen und sehr übersichtlichen Form Methoden für die Sammlung von Erkenntnissen, Ideenfindung und Evaluation. Die Methodenbeschreibungen bieten neben eine Schritt-für-Schritt-Anleitung auch Links zu weiterführenden Informationen. Alles in allem ist das Mozilla Open Innovation Toolkit ein interessantes Nachschlagewerk für die Produktentwicklung.

“A collection of workshops and methods that support open source practitioners to build better ideas and products”

Siehe auch

Mozilla Open Innovation Toolkit

Mein Minecraft-Smart-Home: Prototyping für das Internet der gruseligen Dinge #uux #bitkom

Sascha Wolter (Deutsche Telekom) war natürlich auch wieder dabei. Natürlich mit… 3x dürft Ihr raten … seinem Lieblingsthema „Connected Devices“. Er zeigte aktuelle, amüsante und interessante Beispiele aus dem Bereich der Connected Devices und Smart Home. Beispielsweise das Barbie Smart Dreamhouse:

Natürlich ging es ihm nicht nur um das Zeigen von amüsanten Beispielen, sondern auch um eine kritische Auseinandersetzung damit. Ein paar Aspekte aus seinem Vortrag habe ich eingefangen:

Für ihn sind die aktuellen Entwicklungen gar nicht neu. Viele Dinge, die sich heute im Bereich Internet of Things tun, sind nicht neu. Sie können einem aber schon Angst machen. Er plädiert dafür nicht nur auf die Risiken zu schauen und sich davon einbremsen zu lassen. Er empfiehlt immer auch einen Blick auf die positiven Aspekte zu werfen und sich davon inspirieren und antreiben zu lassen. 

„Wir denken viel über die Bedenken und Ängste nach und lassen uns davon einbremsen.“

Auf der anderen Seite stehen Unternehmen, die um jeden Preis an diesen Entwicklungen teilhaben wollen. Sie entwickeln Dinge, die zwar technisch möglich sind, aber keinen konkreten Nutzen haben, wie z.B. der hundertste internetfähige Kühlschrank. Wenn sich Entwicklungen im Bereich Internet of Things immer auf die Schaffung von Nutzen für Kunden oder Unternehmen ausrichten, dann entstehen nutzenstiftende Dinge, die am Ende auch erfolgreich sind.

Sein Vortrag sollte aber nicht als Aufruf zum blinden Aktionismus im Bereich Internet of Things verstanden werden. Es ist für ihn sehr wichtig, nicht einfach jeder Möglichkeit hinterher zu laufen ohne über die konkreten Folgen und Auswirkungen nachzudenken. Er empfiehlt den neuen Möglichkeit offen zu begegnen, diese auszuprobieren und über das Für und Wider abzuwägen.

„Ich probiere das aus und überlege, was ist gut und was ist schlecht.“

Er sieht Entwickler von Connected Devices und Services darüberhinaus auch in der Pflicht ihre Mitmenschen … insbesondere Kinder … über ihre Erkenntnisse und die Veränderungen aufzuklären bzw. zu unterrichten.

Innovation@Google #uux #bitkom

Katharina Lindenthal (Developer Relations Lead Germany, Google) gab in ihrem Beitrag im BITKOM AK UUX Einblicke in Googles Prinzipien für Innovation.


Hire the right people

Bei Google beginnt das Thema Innovation bereits bei der Einstellung. Google sucht nicht nur nach Menschen mit den passenden fachlichen Fähigkeiten, sondern auch mit den entsprechenden emotionalen Fähigkeiten und kulturellem Verständnis. „Gut genug“ ist für Google keine Option. 

Share everything you can

Bei Google gibt es eine hohe Transparenz bezüglich Zielen und Ausrichtungen des Unternehmens. Der Zugang zu Informationen ist so wenig wie nötig geregelt. Die Geschäftsleitung von Google kommuniziert über ein Online-Tool in regelmäßigen Meetings diese Informationen und steht für Fragen direkt zur Verfügung. Interessant ist dabei, dass Google-Mitarbeiter keinen Zugang zu den Stellen oder Räumlichkeiten haben in denen Ideen gesammelt bzw. bewertet oder Moonshot-Projekte durchgeführt werden.

Use data, no opinions

Anstelle von subjektiven Meinungen versucht Google alle Entscheidungen auf objektiven Daten basieren zu lassen.

Look for ideas everywhere

Jeder Mitarbeiter kann Ideen einbringen. Dazu werden beispielsweise spezielle „CSI“-Labs veranstaltet in denen Mitarbeiter bereichsübergreifend versuchen für bekannte Probleme Lösungen zu finden. Diese Labs dauern wenige Stunden und werden durch speziell geschulte Moderatoren geleitet.

20% Projects

Außerdem hat jeder Mitarbeiter im Engineering-Bereich die Möglichkeit ein sogenanntes 20%-Projekt zu machen … also 20% seiner Zeit für Lieblingsthemen zu verwenden, die dem Unternehmen zugute kommen.

Moonshot-Thinking

Dahinter steckt der Ansatz Dinge nicht in kleinen iterativen sondern in großen und herausfordenden Schritten verbessern zu wollen. „Es ist erfolgversprechender Dinge 10x besser machen zu wollen, anstatt nur 10% anzustreben.“

Focus on the User

Der Anwender bzw. Kunde steht im Mittelpunkt. Es geht im ersten Schritt darum Lösungen zu entwickeln, die weit verbreitete Bedürfnisse abdecken. Erst im zweiten Schritt geht es darum daraus konkrete Geschäftsmodelle abzuleiten.

Launch, then keep listening

Es wird bei jedem Produkt bzw. Service versucht so schnell wie möglich in den Markt zu gehen. Die Produkte starten mit einem kleinen Umfang und reifen im Markt. Dazu wird zum einen auf das Einsammeln und Auswerten von Kundenfeedback gesetzt. Zum anderen verwenden die Mitarbeiter die Produkte im Rahmen von sogenannten Dogfeeding-Programmen natürlich auch selbst.

chi2016: Integrating the Smart Home into the Digital Calendar

Zuletzt habe ich mir auf der CHI2016 den Vortrag von der University of Zürich zu „Casalendar“ angesehen. Casalendar visualisiert das Verhalten eines Smart Homes und die Gründe für dieses Verhalten. Es soll Nutzern von Smart Homes dabei helfen das Verhalten ihres Hauses besser zu verstehen und eventuelle Fehlfunktionen zu erkennen. Die Daten von Sensoren und deren Auswirkungen werden in den bestehenden digitalen Kalendern der Nutzer visualisiert. Dort werden sowohl die Termine und Erinnerungen als auch die Smart Home-Daten angezeigt. Dies bietet natürlich auch die Möglichkeit die Verbindung von zeitlichen Events zu den Einstellungen und zum Verhalten des Hauses zu visualisieren. Eine charmante Idee, wie ich finde 🙂

Siehe auch

Integrating the Smart Home into the Digital Calendar

chi2016: Keynote – Conversation between Alan Kay und Vishal Sikka

Aus dem Gespräch zwischen dem Computer-Pionier Alan Kay und dem CEO von Infosys Vishal Sikka nehme ich mir den Denkanstoß mit, dass die Zukunft der Menschheit weniger durch Wettkampf, sondern mehr durch Zusammenarbeit, gemeinsames Lernen und dem ständigen Streben nach Verbesserung bestimmt und getrieben werden sollte.

Beide plädierten dafür den Fokus darauf zu legen, die großen Probleme von Menschheit, Gesellschaften und Organisationen zu identifizieren und dafür Visionen zu entwickeln. Es genügt nicht aufzuzeigen, was schlecht ist oder wie der nächste kleine Schritt aussieht. Sie ermutigen dazu große Visionen zu entwickeln und den Mut aufzubringen, diese zu verfolgen. Die Realisierung dieser Visionen setzt permanentes gemeinsames Lernen, das Teilen unseres Wissens und das ständige Streben nach Verbesserung unserer Fähigkeiten sowie Methoden voraus.

The best way to predict the future is to invent it. – Alan Kay

Der Schlüssel zu Innovation liegt für Unternehmen nicht darin ein Innovation Lab oder Think Tank in Palo Alto zu eröffnen und dort ein paar verrückte „Innovatoren“ zu versammeln. Innovation muss die Aufgabe jedes Mitarbeiters eines Unternehmen sein. Unternehmen müssen eine innovationsfreundliche Kultur schaffen, in der das Lernen und Verbessern ein wesentlicher Bestandteil ist.

Everyone is an innovator. – Vishal Sikka

Die Diskussion könnt ihr hier im Detail ansehen:

chi2016: Diving in at the Deep End – The Value of Alternative In-Situ Approaches for Systematic Library Search

Die Universität Konstanz zeigte eine Fallstudie, wie Suchoberflächen für öffentliche Bibliotheken attraktiver gestaltet werden könnten. Ihr Ansatz namens CollectionDiver verfolgte 4 Ziele: Sichtbarkeit und Zugänglichkeit von Suchkriterien erhöhen, die Transparenz des Suchprozesses erhöhen, proaktive Suchmöglichkeit schaffen und Suche zu einem gemeinsamen Erlebnissen machen.

Das System kombiniert einen Bildschirm für die Ausgabe der Ergebnisse und ein Touch-Bildschirm sowie physische Token für die Eingabe der Suchkriterien. Für die Eingabe von Suchbegriffen wurden die Token auf die Oberfläche gelegt und Begriffe dazu eingegeben. Durch die Position der Token konnten die Suchkriterien kombiniert werden. Das System wurde mit 33 Testpersonen getestet. Das Ergebnis in aller Kürze: Etwa die Hälfte bevorzugten den CollectionDiver gegenüber der Eingabe über eine herkömmlich Suchmaske.

Aber, so interessant wie ich diesen Ansatz auch finde: Die spannendere Frage, die sich angesichts des aktuellen Bibliothekensterbens stellt ist, wie lange es Bibliotheken in ihrer heutigen Form in Deutschland noch geben wird und wie wir in Zukunft unser Wissen für die gesamte Gesellschaft zugänglich machen.

Siehe auch

Diving in at the Deep End: The Value of Alternative In-Situ Approaches for Systematic Library Search

chi2016: Peek-A-View – Smartphone Cover Interaction for Multi-Tasking

Die Seoul National University stellte in ihrem Beitrag ein transparentes Smartphone-FlipCover vor, welches das Wechseln zwischen Aufgaben bzw. Anwendungen vereinfachen soll:

Das FlipCover wurde mit der herkömmlichen Navigation über der Funktionen des Smartphones zum Wechsel von Apps im Rahmen eines Tests mit 18 Testpersonen verglichen. Ergebnis: Auch wenn es seltsam aussieht, geht der Wechsel mit dem FlipCover schneller.

Siehe auch

Peek-a-View: Smartphone Cover Interaction for Multi-Tasking