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CHI 2017 – Explore Innovate Inspire

Ich bin dieses Jahr wieder auf der CHI – einer der weltgrößten Konferenzen zu Human-Computer-Interaction mit ca. 3.000-4.000 Teilnehmern und mehr als 2.000 Beiträgen. Ich freue mich auf ganz viele inspirierende Vorträge und Diskussionen zu neuen Interaktionstechniken, neuen Erkenntnissen aus der Forschung und zu Prototypen aus den Laboren der großen Technologiekonzern und Universitäten.  Dieses Jahr findet die CHI in Denver statt und ich hoffe sehr, dass die Einreise in die USA so freundlich und glatt verläuft wie bisher. 

Einen kleinen Vorgeschmack auf die Inhalte der Konferenz gibt der aktuelle Teaser der CHI 2017:

Ich werde natürlich wieder so viel wie möglich über die Beiträge, die ich gesehen habe, bloggen. Also: Stay tuned 🙂

chi2016: Mein Fazit

Die CHI2016 ist vorbei und ich bin wieder auf dem Weg nach Hause. Rückblickend kann ich sagen, dass es sich wieder sehr gelohnt hat. Die 5 Keynotes und die 2000+ Beiträge drehten sich um Themen wie Bildung, Verbesserung der Gesellschaft durch Technologie, Organisationsentwicklung hinsichtlich Innovation und UX, Analyse und Veränderung von menschlichem Verhalten, Datenschutz und -sicherheit, Social Media, Robotic, UX in Health Care, 3D-Druck, Maker-Themen, Prototpyping, mobile Eingabetechnolologien, Cross-Device-Nutzung, Multitasking, Barrierefreiheit, Participatory Design, Design Thinking, Game Design, User Research Methoden, visuelle und interaktive Gestaltung, Virtual Reality, Informationsvisualisierung, Nachhaltigkeit, Neue Materialien, Persönliche Assistenten und UX von autonomen Systemen.

Als Trendthemen der Konferenz habe ich Robotics, die Gestaltung autonomer Systeme (digitale Autonomie), Crowd-Testing bzw. User Research mittels Amazon Mechanical Turk, das Erzeugen von Empathie für die Anwender innerhalb von Unternehmen sowie die Förderung von Kreativität wahrgenommen.

Die CHI2016 bot für mich einen bunten Potpourri von Beiträgen aus Wissenschaft und Industrie, der mir viele interessante, spannende, amüsante und manchmal auch triviale Erkenntnisse brachte. Einen kleinen Einblick, wie sich die CHI2016 für mich angefühlt hat, bekommt Ihr durch nachfolgendes Video. Es fehlt lediglich noch der Konferenz-Soundtrack „Purple Rain“ 🙂

Die Größe der Konferenz war einfach überwältigend: 3.876 Teilnehmer aus 52 Ländern, von denen 42 durch Telepräsenz-Robots teilgenommen haben, und 20 parallele Tracks.

Zu den meisten Beiträgen sind die Paper in der ACM Digital Library verfügbar.

chi2016: Closing Keynote – Unlock the World’s Potential

Salman Khan stellte in der Closing Keynote die Community-Plattform Khan Academy vor. Die Khan Academy ist eine Plattform auf der 1,4 Mio nebenberufliche Nachhilfelehrer in 190 Ländern die Fragen von 37 Mio Studenten beantworten und mittels kurz Lehrvideos Nachhilfe geben.

Hinter der Khan Academy steht die Vision einen kostenlosen Zugang zu Wissen bzw. Bildung für die ganze Welt zu schaffen und damit das Potential für eine bessere Welt zu entschlüsseln. Es ist ein praktischer Gegenentwurf zu klassischen Bildungssystemen. Die Idee wird von Gates Foundation und Google gefördert.

Khan Academy is on a mission to unlock the world’s potential. Most people think their intelligence is fixed. The science says it’s not.

Die CHI2016 schließt mit einer wunderbaren Idee und einem amüsanten Vortrag. Es lohnt sich diesen Vortrag im Original anzusehen. 🙂

chi2016: Integrating the Smart Home into the Digital Calendar

Zuletzt habe ich mir auf der CHI2016 den Vortrag von der University of Zürich zu „Casalendar“ angesehen. Casalendar visualisiert das Verhalten eines Smart Homes und die Gründe für dieses Verhalten. Es soll Nutzern von Smart Homes dabei helfen das Verhalten ihres Hauses besser zu verstehen und eventuelle Fehlfunktionen zu erkennen. Die Daten von Sensoren und deren Auswirkungen werden in den bestehenden digitalen Kalendern der Nutzer visualisiert. Dort werden sowohl die Termine und Erinnerungen als auch die Smart Home-Daten angezeigt. Dies bietet natürlich auch die Möglichkeit die Verbindung von zeitlichen Events zu den Einstellungen und zum Verhalten des Hauses zu visualisieren. Eine charmante Idee, wie ich finde 🙂

Siehe auch

Integrating the Smart Home into the Digital Calendar

chi2016: „She’ll just grab any device that’s closer“: A Study of Everyday Device & Account Sharing in Households

Bei der Entwicklung von Geräten und digitalen Services für private Haushalte kann nicht davon ausgegangen werden, dass Geräte und Accounts immer nur von einer Person genutzt werden. Daher führte Google ein Studie durch (Inventar, Tagebuch, Interviews), um die gemeinsame Nutzung von Geräten und Accounts in privaten amerikanischen Haushalten zu untersuchen. Ihre Ergebnisse bebilderten sie mit diesen schicken Illustrationen:


Das Ergebnis

Zu den Ergebnissen: Am meisten wird mit dem eigenen Partner oder mit den Kindern geteilt. Die Nutzer nehmen jedoch dabei die Intensität, in der sie Geräte mit anderen teilen, nicht vollständig wahr. Die Studie identifizierte 6 Gründe bzw. Arten von Sharing:

  • Borrowing: Ausleihen, wenn es gerade bequemer oder notwendig ist
  • Mutual: Regelmäßige gemeinsame Nutzung
  • Setup: Anwender lassen sich helfen, wenn sie nicht wissen, wie etwas eingerichtet werden kann
  • Helping: Anwender lassen sich helfen oder tun jemandem einen Gefallen, z.B. ein Foto von jemanden machen
  • Accidental: Anwender teilen ohne es zu wissen, z.B. Wenn sie sich vergessen auszuloggen
  • Broadcasting: Anwender schauen sich gemeinsam auf einem Gerät Inhalte an.

Daraus leiteten die Autoren folgende Empfehlungen ab:

Die detaillierten Ergebnisse sind in der ACM Digital Library verfügbar.

chi2016: Smartwatch in vivo

Die Stockholm University hat in diesem Beitrag die Ergebnisse einer 34-tägigen Studie mit 12 iPhone-Nutzer vorgestellt, in der mittels Körperkameras beobachtet wurde, wie und warum diese Smartwatches nutzen. Kurzum: Die wichtigste Anwendungsfälle sind Hinweise, Erinnerungen und Textnachrichten. Danach folgen Anzeige der Uhrzeit, Aktivitätstracking und Siri-Spracheingabe für die Einstellung von Erinnerungen.

Smartwatch in vivo

chi2016: Make it Simple, or Force Users to Read?: Paraphrased Design Improves Comprehension of End User License Agreements

Die Pennsylvania State University ging in ihrem Beitrag der Frage nach, wie digitale Lizenzvereinbarungen in Softwareprodukten (EULA) gestaltet werden müssen, dass Anwender besser verstehen, welchen Vereinbarungen sie zustimmen. Sie verglichen in einem Labortest (n=52) drei Varianten von EULAs – eine klassische EULA, eine EULA bei der die Anwender durch den Text scrollen mussten, um zustimmen zu können und einer alternativen Gestaltung.

Die Ergebnisse kurz zusammengefasst: Wenn man möchte, dass EULAs gelesen werden, dann sollten sie nach den bekannten Layout- und Informationsarchitektur-Prinzipien gestaltet werden. Die Frage ist nur, ob Unternehmen, welche EULAs verwenden, wirklich wollen, dass die EULA gelesen wird und falls ja, ob sich die rechtlichen Inhalte dann so prägnant zusammenfassen lassen. 🙂

Make it Simple, or Force Users to Read?: Paraphrased Design Improves Comprehension of End User License Agreements