Marc Hassenzahl (Uni Siegen) beschäftigte sich in seinem Beitrag mit dem Wohlbefinden. Wichtige Aspekte für Wohlbefinden sind Autonomie (meinen wahren Werten entsprechend entscheiden zu können), Kompetenz (schwierige Aufgaben erfolgreich meistern), Verbundenheit (Menschen, die mir wichtig sind, nah zu sein), Stimulation (mal was neues Erleben), Popularität (Mit meinem Verahlten andere inspirieren), Sicherheit (Routinen) und Körperlichkeit (mein Körper bekommt, was er braucht). Seiner Einschätzung nach lassen sich positive Erfahrungen immer auf die Befriedigung einer dieser Aspekte zurückführen. Es ist daher eine gute Idee sich bei der Gestaltung von Erfahrungen immer zu fragen, welches dieser Bedürfnisse bzw. Aspekte durch das Erlebnis befriedigt wird. Und wenn sich herausstellt, dass keines davon adressiert wird, sollte noch mal in sich gehen, ob man bei der Gestaltung auf dem richtigen Weg ist. Andernfalls läuft man Gefahr bedeutungslose und kurzfristige Erlebnisse zu schaffen, die in letzter Konsequenz nicht erfolgreich sind.

Er rief zu Versöhnung von „Erlebnis haben“ und „Technik nutzen“ im Gestaltungsprozess auf. Also nicht nur Dinge zu automatisieren oder Techniken einzusetzen, weil es machbar ist, sondern sich immer zu Fragen welches Bedürfnis befriedigt wird und darauf zu achten, dass das Erlebnis nicht zu flach und damit bedeutungslos wird. Im Sinne  des Wohlbefindens sollte es uns auch bei Digitalisierung und Automatisierung darum gehen, neben dem praktischen Nutzen auch in allen Erlebnissen alltägliche Gelegenheiten zum glücklich sein zu schaffen oder zu erhalten. 

Siehe auch

experienceandinteraction.com

Kategorien: Dies und Das

Ulf Schubert

Ulf ist Experte für Design Management, User Experience und Design Thinking. Aktuell ist er als Head of UX bei DATEV für die User Experience der DATEV Produkte verantwortlich. Davor hat er mit seiner Agentur openeyes bzw. später bei SirValUse Unternehmen, wie z.B. eBay, Microsoft, OTTO, Axel Springer und MINI, zu User Experience, Innovation und Design beraten. Er engagiert sich über Bitkom und German UPA für besseres Digital Design in Deutschland. Er teilt seine Erfahrungen über Vorträge auf Konferenzen und Trainings. Er ist einer der Gründer und Organisatoren des UX Stammtisch Franken.

1 Kommentar

UX Thinking – UX ist mehr als bunte Bildchen und fancy Animationen #muc17 | User Experience Blog · 10. September 2017 um 09:26

[…] Hintergrund von UX Thinking sind Theorien zu Aktivität und Motivation von Diefenbach und Hassenzahl. Durch diese werden die Frage nach dem Warum und das Wohlbefinden bei […]

Kommentare sind geschlossen.