UX Strategy – Die Entmystifizierung eines missverständlichen Begriffes #muc2021

Auf der Mensch und Computer 2021 haben wir in einem Lean Coffee über “UX Strategy” diskutiert. Konkret ging es dabei um den Begriff an sich und Fragen zum Vorgehen. Es war wieder sehr spannend zu sehen, wie breit gefächert das Verständnis des Begriffes ist. Ich versuche das mal mit ein paar Zitaten zu veranschaulichen:

“Strategie ist ein Plan, der ein langfristiges Ziel verfolgt, um etwas Großes zu verändern. Ausgangspunkt ist ein Problem, was gelöst werden soll. Innerhalb der Strategie werden Maßnahmen entwickelt und dann umgesetzt. Eine UX Strategie bezieht sich auf User Experience auf Ebene eines Produktes oder Unternehmens.”

“UX Strategie bezieht sich auf das Unternehmen. Sie beschreibt, wie man als UX Team oder im Unternehmen an UX Themen arbeitet.”

“UX Strategie definiert die Vorgehensweise im Projekt. Sie beschreibt, wie groß das Projekt ist und welche Methoden bezogen auf UX verwendet werden.”

“UX Strategie beschreibt, wie UX in den Prozessen eines Unternehmens verankert wird und mit welchen Maßnahmen der UX Reifegrad gesteigert werden soll. Sie beschreibt, wie das Unternehmen gemeinsam am Erlebnis der Menschen arbeiten möchte.”

“Eine UX Strategie kann drei Perspektiven haben: Produkt, Unternehmen und User. Sie beschreibt, welche Rahmenbedingungen ein Unternehmen schaffen muss. Sie kann auch beschreiben, wie ein Produkt erlebt werden soll. Eine Strategie beschreibt, wohin es gehen soll. Sie ist ein Überzeugungsmittel für das Management.”

Für mich beschreibt eine Strategie eine Vision zur möglichen Ausgestaltung der Zukunft. Sie übersetzt diese Vision in Handlungsfelder, mit denen man sich beschäftigen muss, um die Vision Wirklichkeit werden zu lassen. Eine Strategie ist weder eine Taktik noch ein konkreter Plan. Sie beinhaltet verschiedene Voraussetzungen, Bausteine, Teilziele, Taktiken und konkrete Pläne, die lose miteinander verbunden sind. Das ist auch notwendig, da es bei der Umsetzung von Strategien ganz normal ist, dass sowohl die Reihenfolge als auch der Inhalt der strategischen Elemente im Laufe der Umsetzung immer wieder angepasst werden müssen. 

Design & Experience Strategy ist für mich ein Hilfsmittel, mit dem Du Deine bzw. Eure Vision über menschliche Erlebnisse in der Interaktion zwischen Menschen und Deinem Unternehmen realisieren kannst. Als Hilfsmittel gibt sie die nötige Klarheit über das Ziel und den Überblick über die notwendigen Handlungsfelder. Sie hilft Dir als Leuchtturm dabei, bei der Umsetzung den richtigen Kurs zu setzen und zu halten.

Wo fange ich eigentlich an?

Wenn man sich darauf geeinigt hat, was man unter einer UX Strategie konkret versteht, ist die nächste Frage, wo man anfängt. Da waren wir uns in der Diskussion sehr schnell einig. Eine Strategie beginnt mit der Frage “Welches Problem wollen wir lösen?” oder schlicht mit der Frage nach dem “Warum?”.

Was muss man können, um eine erfolgreiche Strategie einzustellen?

Die erfolgreiche Umsetzung einer UX Strategy setzt voraus, dass man zum einen selbst in der Lage ist, strategisch zu denken und zu handeln. Hier sind insbesondere gute Kenntnisse zu Unternehmen (z.B. Geschäftsmodell, Zielgruppen) und betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen (z.B. Womit macht das Unternehmen Gewinn?) sowie Fähigkeiten in der Unternehmenspolitik hilfreich. Weitere Komeptenzen findest Du im Kompetenzmodell für UX Führungskräfte.

Zum anderen hängt die Umsetzung einer UX Strategie auch davon ab, wie weit das Unternehmen ist. Das Vorgehen unterscheidet sich je nach UX-Reifegrad des Unternehmens teilweise sehr stark. (Siehe UX Blog-Kurs “Reifegrad für Menschzentrierung & Customer, User and Employee Experience von Unternehmen mittels CUXM bestimmen und ausbauen”)

Wichtige Taktiken zur Umsetzung einer UX Strategie

Aus der Diskussion nehme ich eine wesentliche Kernerkenntnis mit: UX Professionals in Unternehmen mit einem niedrigen Reifegrad sollten sehr gern Vorträge zu UX halten und das mit Leidenschaft auch gern in Wiederholung. Viele Teilnehmer*innen berichteten davon, dass sie mit Vorträgen auf BarCamps, in Communities von UX-Interessierten oder auch auf fachfremden Veranstaltungen gute Effekte bei der Evangelisierung von UX erreicht haben.

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