Am 10.11. ist World Usability Day

An jedem zweiten Donnerstag im November ist World Usability Day … und das jetzt schon zum 12. Mal. Dieses Jahr finden in 40 Ländern rund 200 kostenfreie Veranstaltungen zum Thema „Sustainable User Experience (UX)“ oder „Green UX“ statt. Auf diesen Veranstaltungen erwarten Dich inspirierende Vorträge, anregende Diskussionen, lehrreiche Workshops und wertvolle Gespräche rund um Usability und User Experience.

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„To ensure that technology helps people live to their full potential and helps create a better world for all citizens everywhere.“ (WorldUsabilityDay.org)

Finde eine Veranstaltung ganz in Deiner Nähe

World Usability Day 2016 in Deutschland, Österreich und der Schweiz

Berlin – Leuchtender Stern für Design Thinker und Service Designer

Auch wenn Berlin nicht mehr die Startup-Hauptstadt Europas zu sein scheint, erlebe ich in letzer Zeit immer mehr große gestandene Unternehmen, die sich die Startup-Atmosphäre zunutze machen wollen. Es werden Acceleratoren gestartet, Labs initiiert oder einfach nur trendige Büros eröffnet. So richtig verstehen konnte ich das bisher irgendwie nicht. Schließlich kenne ich kein gestandenes Unternehmen, dem die Eröffnung einer Außenstelle oder die Gründung eines verrückten Forschungsteams an einem innovationsfreudigen Brennpunkt zur grundlegenden Erneuerung verholfen hätte.

Nachdem ich mich aber eh auf die Suche nach Dienstleistern für unsere Schatzsucherwochen machen muss, habe ich letzte Woche mal einen kleinen Blick in die Berliner Startup-Szene geworfen.

Auf meinem zweitägigen Trip durch mehrere Berliner Unternehmen ist mir eine sehr aktive Design Thinking- und Service Design-Szene begegnet. Nicht nur, dass es zahlreiche passende Meetups und Jams mit teilweise mehreren hundert Teilnehmern gibt. Aus der Design Thinking-„Keimzelle“ des Hasso-Plattner-Institutes in Potsdam hat sich eine interessante Community von Menschen entwickelt, die eine ganz neue Sicht auf die Organisation und den Betrieb von Unternehmen sowie die Prozesse der Produktentwicklung haben.

Ruhm und Euros werden zu gleichen Teilen im Team verteilt. – aus „Digital Innovation Playbook“

Sie arbeiten in einer Community als Dienstleister für anderen Unternehmen und kommen dabei komplett ohne Hierarchien aus. Allein das Erstgespräch war für mich eine begeisternd neue Erfahrung. Anstelle eines klassischen Vertriebsgesprächs auf der Ebene Agenturleitung-Kunde habe ich Gespräche erlebt, die geprägt waren von der fachlichen Kompetenz der Gesprächspartner, gegenseitigem Verständnis und dem Gefühl nicht als reine Einnahmequelle oder schlimmer noch als ahnungsloser und hilfloser Kunde gesehen zu werden. Diese Agenturen – wenn man sie überhaupt noch so nennen kann – verkaufen nicht einfach eine schnöde Dienstleistung, die sie für Kunden erbringen. Sie verkaufen die gemeinsame Suche nach neuen und spannenden Produktideen mit Hilfe von Denkansätzen sowie Methoden aus dem Service Design und Design Thinking. Sie versprechen gemeinsam mit ihren Kunden frischen Wind zu erzeugen, mit dem sich aus dem Unternehmen heraus die Krusten der eingefahrenen Unternehmensorganisation aufbrechen und Erneuerung erreichen lassen.

Aber es waren nicht nur die Menschen und ihre Denkweise, die mich begeistert haben. Die praktischen Räumlichkeiten dieser Unternehmen mit dem Charm alter Hinterhof-Fabrikgebäude sowie die schicken Berliner Lokale haben mich dann restlos überzeugt. Ich verstehe jetzt den Reiz, den das Berlin Startup-Flair auf große Unternehmen ausübt.

Ok, mich hat wahrscheinlich auch das Berliner Startup-Flair in seinen Bann gezogen. Ich glaube zwar immer noch, dass die Eröffnung einer Außenstelle in Berlin kein Garant für Innovation ist … aber sich vom Gründergeist in Berlin durch eine Zusammenarbeit mit den ortsansässigen Design Thinkern und Service Designern anstecken zu lassen, ist auf jeden Fall nicht verkehrt.

By the way

Bei meiner Recherche bin ich übrigens auf ein spannendes Buch von „Dark Horse Innovation“ gestoßen. Das Buch beschreibt eine sehr praxistaugliche Umsetzung des Design Thinking-Ansatzes sowie zahlreiche Methoden … fast schon eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Entwicklung von digitalen Produkten.

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Mein Fazit: Sehr lesenswert

Mozilla veröffentlicht Open Innovation Toolkit

Innovationen in einer offenen Community zu fördern und zu treiben, ist keine einfache Sache. Mozilla versucht es in seiner Community mit einem Open Innovation Toolkit. Dieses beinhaltet eine Vielzahl an Methoden und Best Practices für Human-Centered Design sowie die Suche nach Innovationen.

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Das Mozilla Open Innovation Toolkit beschreibt in einer knappen und sehr übersichtlichen Form Methoden für die Sammlung von Erkenntnissen, Ideenfindung und Evaluation. Die Methodenbeschreibungen bieten neben eine Schritt-für-Schritt-Anleitung auch Links zu weiterführenden Informationen. Alles in allem ist das Mozilla Open Innovation Toolkit ein interessantes Nachschlagewerk für die Produktentwicklung.

“A collection of workshops and methods that support open source practitioners to build better ideas and products”

Siehe auch

Mozilla Open Innovation Toolkit

Dortmund hat die Nase beim World Usability Day vorn

Der World Usability Day beginnt in Dortmund in diesem Jahr mit dem „Zukunftskongress Wirtschaft 4.0“ schon zwei Tage früher, nämlich am 08.November. Der Zukunftskongress dreht sich dabei um Themen wie Augmented & Virtual Reality, Internet der Dinge, Industrie 4.0 / Enterprise 4.0, Gamification und Benutzerfreundlichkeit im digitalen Wandel.

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Der Kongress findet am 08.11. von 9 bis 17:30 Uhr im Dortmunder U in der Leonie-Reygers-Terrasse in Dortmund statt.

Siehe auch

Zukunftskongress Wirtschaft 4.0

Die besten #usabilityfails 2016

Anlässlich des World Usability Days am 10.11.2016 ruft usability.de zum „Usability Fail Contest“ auf. Gesucht werden Fotos oder Videos von Alltagsgegenständen mit mangelhafter Benutzerfreundlichkeit.

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Den 10 besten Usability Fails winken beim WUD in Hannover Gewinne im Gesamtwert von 600 EUR. Einsendeschluss ist der 06.11.2016.

Bin schon sehr gespannt auf die Gewinner 🙂

Siehe auch

http://usabilityfail.org/

Branchenreport UX/Usability 2016

Der Branchenreport UX/Usability 2016 wurde auf der Mensch und Computer 2016 veröffentlicht und steht nun als Paper in der Digital Library Mensch-Maschine-Interaktion der Gesellschaft für Informatik und als Kurzübersicht auf der Webseite der German UPA zur Verfügung. An der jährlichen Befragung der German UPA nahmen dieses Mal 372 UX/Usability-Experten aus Deutschland teil. 

Die für mich spannenden Fakten im Überblick:

87% der Befragten befinden sich in einem Angestelltenverhältnis und sind seit ca. 4 Jahre bei ihrem aktuellen Arbeitgeber. Die meisten Befragten haben trotz einiger Herausforderungen Freude bei der Arbeit. Das durchschnittliche Jahresgehalt liegt bei 52.692 EUR mit steigender Tendenz. Außerdem schätzen die Befragten, dass ca. die Hälfte der gemachten Empfehlungen tatsächlich auch realisiert werden. Offene Stellen können in ca. 4 Monaten besetzt werden. Von der Mehrzahl der Teilnehmer wird eine stärkere Einbettung von Usability und User Experience in die Entwicklungsprozesse gewünscht (78%). Auch eine Stärkung der Lobby bzw. eine größere Anerkennung der Relevanz von Usability und User Experience werden als wünschenswerte Änderungen angeführt (59%).


Im Grunde kann man sagen, dass sich die Branche UX/Usability mitten in der Etablierung befindet. UX und Usability sind aus dem Alltag der meisten Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Sicherlich gibt es hier und da noch Unternehmen, denen die User Experience ihrer Produkte noch nicht so wichtig ist. Allerdings habe ich das Gefühl, dass diese in absehbarer Zeit nur noch vereinzelt zu finden sein werden.

Besonders gefreut hat mich, dass es mein Arbeitgeber DATEV bei der Frage „Welche Unternehmen im deutschsprachigen Raum fallen Ihnen spontan ein, wenn Sie an Usability/UX denken?“ auf Platz 11 geschafft hat. 🙂

Mixed Reality mit Microsoft HoloLens #uux #bitkom

Philipp Bauknecht (medialesson) führte in seinem Beitrag in die Welt der Hologramme am Beispiel von Microsoft HoloLens ein. Microsoft HoloLens ist die Daten-Brille von Microsoft, die es erlaubt interaktive 3D-Projektionen in der direkten Umgebung darzustellen. Sie lässt sich dabei sowohl für die Interaktion in Mixed oder Augmented Reality-Umgebungen als auch in Virtual Reality-Umgebungen verwenden. 

(Quelle: microsoft.com)

Da nun die Technik verfügbar ist, stellt sich für holographische Anwendungen nun die große Frage welche Anwendungsszenarien es außer den bisher Bekannten gibt. Als Einsatzszenarien für holographische Interfaces sieht er beispielsweise:

  • Kommunikation über Entfernung als so eine Art holographische Videotelefonie
  • Unterstützung bei der virtuellen Konstruktion von Produkten
  • Aus- und Weiterbildung beispielsweise von Ärzten, Servicemitarbeitern oder Kindern
  • Unterstützung bei Architektur, Innenarchitektur, Gebäudeplanung und Städteplanung
  • Erkundung von Orten, an die Menschen in Person nicht kommen können. (z.B. Mars)
  • Gaming

Die HoloLens bietet das Potential für natürlichere Interaktionsformen immer dann, wenn es um die Bereiche geht in denen Menschen mit Gegenständen oder dreidimensionalen Inhalten interagieren. Obwohl die HoloLens ein eigenständiges Computersystem ist, hat sie nicht den Anspruch ein Universalinteraktionsgerät zu sein, welches PC, iPad und Co. ablösen soll. Ich sehe es in seiner aktuellen Form als eine ergänzende Technologie für natürliche Interaktionen.