Knowing You, Seeing Me – Investigating User Preferences in Drone-Human Acknowledgement #chi2018

Walther Jensen (Aalborg University) geht davon aus, dass die Zukunft von Drohnen durch eine autonomen Arbeitsweise und Interaktion mit Menschen geprägt sein wird. Er glaubt, dass Drohnen bald ein fester Bestandteil des Alltags werden.

Daher beschäftigt er sich mit der Frage, wie Menschen und Drohnen kommunizieren sollten. Im ersten Schritt ermittelte er dazu den idealen Abstand zwischen Mensch und Drone für eine angenehme Kommunikation. Im zweiten Schritt untersuchte er unterschiedliche Flugbewegungen (Nicken, Schütteln, Drehen, Wackeln) und deren Kombination (n=129) um zu zeigen, dass die Drohne mit dem Menschen kommunizieren will. Im Ergebnis leitete er erste Gestaltungsempfehlungen für die Human-Drone-Communication ab:

  • Um dem Menschen zu zeigen, dass die Drohne kommunizieren will, sollte sie sich in Richtung des Menschen drehen und als Ergänzung Nicken, sich Schütteln oder Wackeln.
  • Drohnen sollten über einen klaren Indikator verfügen, an dem Menschen erkennen können, wenn sich die Drone in ihre Richtung dreht, beispielsweise eine Kamera, ein Gesicht oder ähnlich.
  • Die Drone sollte einen angemessenen Abstand von ca. 178 cm zum Menschen halten.
  • Im Anflug sollte die Drone eine klare Bremsbewegung machen.

Siehe auch

Vollständiges Paper in der ACM Digital Library

Patterns for How Users Overcome Obstacles in Voice User Interfaces #chi2018

Chelsea Myers (Drexel University) sprach in ihrem Beitrag darüber, wie Anwender von Alexa und Co. mit den Unzulänglichkeiten ihrer Sprachassistenten umgehen.

Sorry, I’m not sure what you said.

Um die Hindernisse und Unzulänglichkeiten erforschen zu können, entwickelt sie einen Sprachassistenten, mit dem man im Wesentlichen einen Kalender verwalten kann. Sie fanden in 3 Usability Testing Sessions (n=12) folgende Hindernisse:

  • Anwender wissen, nicht was sie den Sprachassistenten fragen können.
  • NLP-Fehler, d.h. der Sprachassistent versteht etwas falsch.
  • Fehlendes Feedback seitens des Sprachassistenten
  • Klassische Softwarefehler, die ihren Grund in der Architektur des Sprachassistenten haben.

Frustration leads to more frustration.

Die häufigsten Taktiken mit diesen Hindernissen umzugehen waren:

  • Besonders deutlich sprechen,
  • Anderes Verb für den Befehl verwenden,
  • Umfangreicheren Befehl mit mehr Details verwenden,
  • Das grafische User Interface des Sprachassistenten verwenden.
  • Chaotisches Ausprobieren von anderen Befehlen

Siehe auch

Vollständiges Paper in der ACM Digital Library

Too Close and Crowded: Understanding Stress on Mobile Instant Messengers based on Proxemics #chi2018

Die Nutzung von mobilen Messenger hat sich in Korea enorm verbreitet. Nutzer von mobile Messenger erleben zunehmend Stress durch Mobile Messenger. In-geon Shin (KAIST) stellte eine Studie vor, in der dieser Umstand mit einer koreanischen Zielgruppe analysiert wurde. Konkret wurden 4 Fokusgruppen mit je 5 Testpersonen durchgeführt.

Dabei kam heraus, dass der Stress bei vielen Nutzern dadurch entsteht, dass mobile Messenger den persönlichen Schutzraum ignorieren. Nachrichten werden unabhängig vom Verhältnis zwischen Absender und Empfänger immer auf die gleiche Weise kommuniziert. Die Kommunikation findet gefühlt im persönlichen Schutzraum bzw. innerhalb der persönlichen Distanz statt. (Siehe Proxemik)

Die Proxemik (von lat. proximus „der Nächste“) untersucht und beschreibt die Signale von Individuen, die sie durch das Einnehmen einer bestimmten Distanz zueinander austauschen.

Anwender werden durch Notifikationen stets deutlich auf neue Nachrichten hingewiesen. Diese zu ignorieren ist schwer. Die Angst etwas zu verpassen überwiegt. Darüber hinaus geben mobile Messenger anderen Nutzern Feebdack über das eigene Verhalten, z.B. „typing …“, „XYZ left chat“, und setzen Anwender zusätzlich durch den Effekt der sozialen Erwünschtheit unter Druck. Der Stress ist vergleichbar zu dem, den Menschen in ihrer physischen Umgebung erleben, wenn andere Menschen die persönliche Schutzzone ignorieren.

Die wichtigste Empfehlung für die Gestaltung von mobile Messengern war die Idee, die Art und die Deutlichkeit einer Notifikation von der emotionalen Distanz zwischen Absender und Empfänger abhängig zu machen.

Siehe auch

Proxemik
Vollständiges Paper in der ACM Digital Library

The Impact of Abstract vs. Concrete Feedback Design on Behavior Insights from a Large Eco-Driving Field Experiment #chi2018

Hinweise zu Fahrstil bzw. Verbrauch helfen Fahrern nachweislich ihre Fahrweise hinsichtlich eine ökonomischeren Verbrauchs zu optimieren. Durch die Digitalisierung der Fahrzeuge ergeben sich zusätzlich neue Möglichkeiten für die grafische bzw. visuelle Gestaltung von Feedback zur Fahrweise.

Andre Dahlinger (Universität St. Gallen) stellte eine Studie vor, in der untersucht wurde, welche Art des Feedback am besten geeignet ist, um Fahrer zu einer ökonomischen Fahrweise zu motivieren. Verglichen wurde eine abstrakte Darstellung und eine konkrete Darstellung. Das Ergebnis zeigte, dass nur die Gruppe, welche die abstrakte Darstellung (Baum) gesehen hat, tatsächlich ihren Verbrauch reduzierte.

Er forderte Designer und Design Researcher auf, neue abstraktere Darstellungsformen auszuprobieren und nicht nur auf die klassischen Visualisierungen zu setzen.

Look deeper into different designs of feedback information.

Siehe auch

Vollständiges Paper in der ACM Digital Library

So, Tell Me What Users Want, What They Really, Really Want #chi2018 #alt.chi

Ulrik Lyngs et al (University of Oxford) warfen einen spannenden Blick auf das Nebenprodukt von Persuasivem Design und dessen Bedeutung auf die Analyse von Nutzerverhalten.

Viele Anwender werden durch die permanente Klick- und Conversion-Optimierung verleitet auf Dinge zu klicken. Sie klicken ohne darüber nachzudenken, ohne ein konkretes Bedürfnis, einfach weil es ihnen angeboten bzw. empfohlen wird. Manchmal klicken sie auch auf Dinge und bereuen es im Nachgang. Die Messung von Nutzerverhalten werden dadurch so verfälscht, dass sie mehr das Ergebnis des Persuasiven Designs zeigt und weniger die echten Bedürfnisse der Anwender.

Leite keine Bedürfnisse aus der Analyse von Nutzerverhalten ab, wenn Du das Produkt mit persuasiven Mitteln gestaltet hast.

Siehe auch

Vollständiges Paper in der ACM Digital Library

Fitter, Happier, More Productive? The Normative Ontology of Fitness Tracker #chi2018 #alt.chi

Katta Spiel (TU Wien) nutzte die alt.chi-Session für einen kritischen Blick auf Fitness Tracker.

Fitness tracker do not facilitate a better life: they define it, without oversight, without transparency, using emotional design tricks to engage in progressive definition what it means to be human.

Sie kritisiert, dass die Designer und Entwickler von Fitness Trackern unreflektiert gesellschaftlichen Ideologien folgen:

  1. Jeder Körper muss verbessert werden. Der ideale Körper ist schlank.
  2. Der Körper ist unter voller Kontrolle des Menschen. Für Fitness und Gesundheit ist jeder selbst verantwortlich.
  3. Die Schritte, die der Fitness Tracker erkennt, bedeuten Fitness.
  4. Mehr Schritte sind immer gut
  5. Wenn man dadurch nicht fit geworden ist, beginne bei 1.

Sie warf folgende Fragen auf: Wäre es nicht besser diese Normen zu hinterfragen und das Wohlgefühl der Menschen in den Mittelpunkt zu stellen? Sind Schritte die ultimative Metrik dafür?

Don’t make people feel bad as default state of your interaction.

Siehe auch

Vollständiges Paper in der ACM Digital Library

Choir! Choir! Choir! – Livin On A Prayer #chi2018

Der zweite Tag der #chi2018 schloss mit einer Choir! Choir! Choir!-Session. Es ist schwer zu beschreiben, welche Stimmung hier in Montreal herrschte, als der Saal zum Chor wurde und „Livin On A Prayer“ von Bon Jovi zum besten gab. Es gibt aber zum Glück ein kurzes Video von einer älteren Choir! Choir! Choir!-Session, welches Euch einen Eindruck gibt:

Siehe auch

Choir! Choir! Choir!