How the Internet has broken democracy, and what we can do now. #chi2018

Sue Gardner – kanadische Journalistin, ehem. Senior Director von CBC, ehem. Executive Director von Wikimedia, Beraterin des Tor Projektes und laut Forbes eine der mächtigsten Frauen der Welt – schloss die CHI2018 mit einem sehr politischen und düsteren Vortrag über den Einfluss des Internets auf Demokratie.

Das Internet war für sie zu Beginn ein großer Hoffnungsträger. Der Journalismus sollte damit besser werden. Meinungsbildung sollte einfacher, vielseitiger und schneller werden. Zensur sollte weniger werden. Das Internet sollte Menschen schlauer und besser machen.

„The best minds of my generation are thinking about how to make people click on ads. I think that sucks.“ – Jeff Hammerbacher

Aber ist das eingetreten? Wenn es nach Sue Gardner geht, ist nichts davon eingetreten. Anstatt es besser zu machen, hat das Internet mit seinem Fokus auf Werbung zu einer Verschlechterung der Welt geführt. Menschen werden getrackt und deren persönliche Daten verkauft. Wahlen wurden mit Fake News manipuliert. (US-Wahl 2016) Informationen werden so gestaltet, dass sie starke (negative) Emotionen bei Menschen hervorrufen, damit sie geteilt werden und damit Geld verdient werden kann. Durch Targeting werden diese Informationen so ausgeliefert, dass es keine Möglichkeit gibt einen Überblick darüber zu bekommen, welche Informationen im Umlauf sind. Daten werden gestohlen oder gehen verloren. Die Anzahl der Journalisten hat sich in den USA deutlich reduziert. Google und Facebook teilen sich einen Mammutanteil des News-Marktes und bestimmen diesen.

Sie zeichnet ein sehr dunkles Bild von den Auswirkungen des Internets. Ein Bild voller Manipulation, Tracking, Targeting, Click Bait, Propaganda, Hate Bait, Hate Speech und der Ignoranz der Probleme seitens der Verursacher. Sie zitierte einige Tech-Celebrities, die sich von Facebook & Co. abwenden, um die Dramatik der Situation zu bestätigen.

Als Hauptproblem der aktuellen Situation identifizierte sie den sogenannten Surveillance Capitalism dessen Monetarisierung auf der Manipulation von Menschen auf Basis ihrer persönlichen Daten und Verhalten basiert.

Surveillance capitalism is a term first introduced by John Bellamy Foster and Robert McChesney in Monthly Review in 2014 and later popularized by academic Shoshana Zuboff that denotes a new genus of capitalism that monetizes data acquired through surveillance.

Sie sieht die Gesellschaft an einem ähnlichen Scheideweg wie zu der Zeit, als Atombomben entwickelt und eingesetzt wurden. Damals waren es die Entwickler dieser Technologie, welche maßgeblich eine Bewegung starteten, um zu verhindern, dass sich die Menschheit selbst zerstört.

Sie endet ihre Keynote mit dem Aufruf an die HCI-Community, sich der aktuellen Situation sowie ihrer Verantwortung bewusst zu werden. Sie fordert die HCI-Community auf sich gegen diese Entwicklungen zu stellen und an einer besseren Welt zu arbeiten.

Ein Gedanke zu „How the Internet has broken democracy, and what we can do now. #chi2018

  1. Pingback: Mein Fazit zur #chi2018 in Montreal | User Experience Blog

Kommentare sind geschlossen.