Todd Zaki Warfel sprach auf der Leading Design 2018 über Karrierepfade für Designer. Er warb dafür nicht nur die klassischen Karrierepfade für Manager, sondern auch Karrierepfade für Fachexperten, wie Designer anzubieten. Designer brauchen eine erstrebenswerte Perspektive, um sich in einem Unternehmen gut zu entwickeln und ihren Beitrag zum Erfolg des Unternehmens dauerhaft zu leisten.

As leaders, we need to do a better job in creating an environment of growth.

In seiner Praxis hat er einige Erkenntnisse darüber gesammelt, wie diese erstrebenswerte Perspektive aussehen sollte:

Gerade junge Designer wollen den Sinn und Zweck ihrer Arbeit verstehen und sich damit identifizieren können. Viele brauchen ein sinnvolles Ziel, dass sie erreichen wollen und können. Viele wollen ihre Ziele aber auch schneller erreichen, als bisherige Generationen. Er beobachtet nicht selten, dass junge Designer erwarten nach 2 Jahren Senior-Level hinsichtlich ihrer Bezahlung erreicht zu haben.

Karrierepfade oder Karrieremodelle sollten aus seiner Sicht aber nicht nur die Stufen für die Bezahlung beinhalten. Er empfiehlt Karrieremodelle, welche auf Stufen für Kompetenzen bzw. Fähigkeiten sowie Richtlinien für die Messung des Fortschritts basieren. Sie sollten außerdem sowohl Pfade für Experten als auch Pfade für Manager beinhalten. Als gute Beispiele verwies er auf die öffentlich verfügbaren Karrieremodelle von Spotify, Zendesk oder Patreon.

Mich hat es verwundert, dass laut Design Career Index Report 95% der Unternehmen keine Karrierepfade für ihre Mitarbeiter anbieten. Diese Einschätzung erscheint mir doch etwas zu pessimistisch zu sein … oder ich habe einfach nur das Glück in einem Umfeld zu arbeiten, wo das selbstverständlich ist.

Siehe auch

How career ladders provide clarity, focus, and purpose

Design Career Index Report 2018


Ulf Schubert

Ulf ist Experte für Design Management, User Experience und Design Thinking. Aktuell ist er als Head of UX bei DATV für die User Experience der DATEV Produkte verantwortlich. Davor hat er mit seiner Agentur openeyes bzw. später bei SirValUse Unternehmen, wie z.B. eBay, Microsoft, OTTO, Axel Springer und MINI, zu User Experience, Innovation und Design beraten. Er engagiert sich über Bitkom und German UPA für besseres Digital Design in Deutschland. Er teilt seine Erfahrungen über Vorträge auf Konferenzen und Trainings. Er ist einer der Gründer und Organisatoren des UX Stammtisch Franken.