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User Interface Design bzw. User Experience Design als Disziplin ist erwachsen geworden. Es geht immer weniger um kleine visuelle Aufhübschungen am Ende eines (Software-)Entwicklungsprojektes, sondern vielmehr um die Frage, wie die Produktgestaltung die Erreichung von bestimmten Unternehmenszielen (z. B. Umsatz) unterstützen kann. UX Design entwickelt sich aus Unternehmenssicht von einer operativen Tätigkeit hin zu einer strategischen Herausforderung. Wir sprechen nicht mehr nur über Farbgestaltung, Styleguides und Icons sondern über Designstrategien.
Nun klingt das Wort „Designstrategie“ erst mal schwergewichtig und bedeutsam. Ein tolles Buzzword um z.B. während einer Präsentation einem gestalterischen Konzept mehr Tiefe zu verleihen. Dabei geht es bei diesem Begriff aus meiner Sicht um viel mehr:
Grundgedanke einer Designstrategie ist, dass die Gestaltung der Produkte eines Unternehmens einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung der Geschäftsziele leisten muss. Sie beschreibt, mit welchen gestalterischen Mitteln und Methoden die Erreichung bestimmter Unternehmensziele am besten unterstützt werden kann. Gestalterische Mittel können z.B. eine Designsprache oder Designprinzipien sein. Gestalterische Methoden sind beispielsweise Methoden der anwenderorientierten Gestaltung (User Centered Design). Eine Designstrategie basiert immer auf den Geschäftsstrategien eines Unternehmens und steckt den gestalterischen Rahmen für die mittel- bis langfristige Weiterentwicklung der Produkte ab. Eine Designstrategie orientiert sich an den Bedürfnissen des Marktes sowie der Kunden und beschreibt die Lösungsmöglichkeiten für diese Kunden- und Marktanforderungen. Dadurch bildet sie eine gute Grundlage für den Innovationsprozess des Unternehmens.
Ein weiteres Ziel einer Designstrategie ist es, einen positiven Beitrag zur Erzeugung einer klaren und vorteilhaften Corporate Identity zu leisten. Dazu muss sie mit der Gestaltung in anderen Bereichen und Kommunikationskanälen sowie der Unternehmenskultur in Einklang gebracht werden. Das bedeutet, dass die Produktgestaltung die gleichen Werte kommuniziert wie die Marke, das Marketing, das äußere Erscheinungsbild des Unternehmens und dessen Mitarbeiter. Kurz gesagt: das Unternehmen weckt durch Marke, Marketing, Erscheinungsbild und Mitarbeitern bei dessen Kunden bzw. Anwendern Erwartungen, die u.a. durch die Produktgestaltung erfüllt werden müssen.
Eine Designstrategie geht daher aus meiner Sicht deutlich über reine gestalterische Themen hinaus. Sie beschreibt, wie Gestaltung in einem Unternehmen verankert und in dessen Entwicklungsprozesse integriert werden soll.

Kategorien: Designstrategie

Ulf Schubert

Ulf ist Experte für Design Management, User Experience und Design Thinking. Aktuell ist er als Head of UX bei DATEV für die User Experience der DATEV Produkte verantwortlich. Davor hat er mit seiner Agentur openeyes bzw. später bei SirValUse Unternehmen, wie z.B. eBay, Microsoft, OTTO, Axel Springer und MINI, zu User Experience, Innovation und Design beraten. Er engagiert sich über Bitkom und German UPA für besseres Digital Design in Deutschland. Er teilt seine Erfahrungen über Vorträge auf Konferenzen und Trainings. Er ist einer der Gründer und Organisatoren des UX Stammtisch Franken.