In der Keynote auf der MIX11 hat Dean Hachamovitch in seinem Vortrag “HTML5: Native to Windows” die native Unterstützung von HTML5 in IE9 und Windows7 hervorgehoben. Dabei ging es ihm vor allem um die Integrationsaspekte, die dem Anwender einer Webapplikation eine User Experience ermöglichen, wie bei nativen Desktop-Applikationen – z.B. Nutzung von Funktionen der Windows Taskbar, Hardwarebeschleunigung, … .
Microsoft setzt damit offensichtlich die im letzten Jahr versehentlich durchgesickerte Strategie fort, die UX von Webapplikationen über HTML5 und andere User Interface-Standardtechnologien, wie z.B. SVG, näher an die UX von Desktopanwendungen bringen zu wollen. Dies stützen auch die Pläne für den weiteren Ausbau von IE10 in diese Richtung. Zur Erinnerung: vor einigen Jahren wurde Silverlight noch als die beste Technologie dafür positioniert. Offensichtlich scheint sich Silverlight in der Welt der Webseiten und Webapplikationen aber nicht im angestrebten Maß durchzusetzen.
Ein bisschen albern fand ich den permanenten Versuch über HTML5-Demos und spezielle HTML5-Features zu zeigen, dass Internet Explorer im Vergleich zu anderen Browsern schneller, besser, größer, cooler, einfacher, usw. ist. Ein bisschen wie pubertierende Jungs, die die Länge ihres Piepmatzes vergleichen.
Nebenbei wurden noch einige ganz nette Erleichterungen in den Microsoft Entwicklungsumgebungen für Developer vorgestellt. Ganz im Sinne der Steigerung der Developer Happiness. 🙂
Das Thema “User Interface Design” beschränkte sich in der Keynote übrigens auf wenige Minuten, in denen in Demos fertige Designtemplates von Designtemplate-Anbietern heruntergeladen wurde. Sehr schade.
Große Begeisterungsstürme hat die Keynote nicht ausgelöst. Die Gespräche im Nachgang haben gezeigt, dass sie eher enttäuschend bis verwirrend wahrgenommen wurde.
Siehe auch
Videos der Keynotes auf channel9.msdn.com
HTML5 Labs