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Complementing Journey Maps with Situational Frames to Create Actionable Design Spaces #muc17

Joerg Beringer (Splunk), Thomas Herrmann und Jan Nierhoff (Bochum University) stellten eine Methode vor, wie die Erkenntnisse, die in Customer Journey Maps erarbeitet und visualisiert wurden, in konkrete Anforderungen überführt werden können. Die Herausforderung dabei ist, dass bei der Überführung das große Bild nicht verloren geht.

Sie nennen das Verfahren „Situational Frame“. Ähnlich wie „Jobs to be done“ basiert das Verfahren darauf, das man sich auf Basis der Customer Journey Kernaufgaben und Situationen als Rahmen setzt und im Rahmen eines Workshops tiefer hinsichtlich Akteuren, Aktivitäten und Arbeitsobjekte analysiert. Der Workshop findet direkt im Anschluss an die Erstellung der Customer Journey statt. Für die Analyse modellieren sie das Zusammenspiel von Akteuren, Aktivitäten und Arbeitsobjekte. Sie verwenden dafür die Modellierungssprache SeeMe.

Der Clou ist, dass sich mit Hilfe der Modelle aus den unterschiedlichen Sichten von Akteuren, Aktivitäten und Arbeitsobjekten konkrete Anforderungen ableiten lassen. Dies erfolgt so, dass man sich beispielsweise alle Aktivitäten und Arbeitsobjekte der beteiligten Akteure anzeigen lässt und so erkennen kann, was ein Nutzer in der erstellten Customer Journey alles konkret tun muss. Auf dieser Basis können dann relativ einfach die konkreten Anforderungen und User Storys für die Entwicklung formuliert werden.

MuC-UP13: (Über-)Leben mit Anforderungen

Thom Scheiner hat in seinem Beitrag über die Relevanz von Anforderungsmanagement für UX-Projekte gesprochen. Anforderungsmanagement ist aus seiner Sicht wichtig, weil: Dokumentation bringt Sicherheit und Anforderungen sind da – ob man will oder nicht. Nebenbei gibt es in einigen Bereichen (z.B. Medizin DIN EN 6060-1-6 und DIN EN 62366) eine gesetzliche Notwendigkeit für Anforderungsdokumentationen. Anforderungsmanagement schafft Klarheit und Entscheidungssicherheit für die Beteiligten. Außerdem kann darüber UX-Arbeit sichtbar werden.

Aus meiner Sicht hat er hier ein wichtiges Thema adressiert. Das Zusammenspiel zwischen Anforderungsmanagement und User Experience birgt ein großes Potenzial – gerade in großen Software-Projekten. In beiden Bereichen gibt es eigene Fachcommunities, die ihre Themen häufig noch zu unabhängig voneinander betrachten und bearbeiten. Dabei haben beide Fachcommunities eigentlich sehr ähnliche Probleme. Wir als UX-Professionals sollten eine enge Zusammenarbeit mit den Experten des Requirement Engineering anstreben. Aus meiner Sicht können sich beide Disziplinen gegenseitig stützen und auf diese Weise wirksamer zum Projekterfolg beitragen.