muc16: Wie sieht Businesssoftware in 20 Jahren aus?

Die Fishbowl-Diskussion von Theo Held, Sophie Scheidel, Clarissa Götz und Ines Köpe (SAP) drehte sich um die Frage “Wie sieht Businesssoftware in 20 Jahren aus?”. Dabei ging es nicht, wie der Titel vielleicht vermuten lässt, um konkrete Zukunftsbilder für die Gestaltung von Businesssoftware. Es ging darum, wie man sich der Beantwortung dieser Frage methodisch nähern kann.


Aus der Diskussion nehme ich mir folgende Denkansätze und Punkte mit:

  • Wen kann man zur Beantwortung dieser Frage befragen? Zukünftige Nutzergeneration, Trendforscher, Domänenexperten oder aktuelle Nutzer. Bezüglich aktuellen Nutzern war die Diskussion kontrovers, da sich diese in einem Zwiespalt zwischen ihrem aktuellen antrainierten Verhalten und den Veränderungen um sich herum befinden. Es kann nicht Aufgabe der Disziplin UX sein bestehende Jobs zu bewahren und gegen Veränderungen anzuarbeiten. UX hat die Aufgabe bei der erfolgreichen Umsetzung von Geschäftsstrategien zu unterstützen.
  • Es gibt eine hohe Unsicherheit was in den nächsten 20 Jahren passiert? Man kann auf Basis aktueller Erkenntnisse zu Megatrends und wahrscheinlichen Entwicklungen sinnvolle Annahmen formulieren. Hier kann es hilfreich sein, sich zunächst auf die Veränderungen zu fokussieren, die einen hohen Gewinn oder Mehrwert für Anbieter, Kunden und Nutzer versprechen. Diese Annahmen kann man ausprobieren und sich Schritt für Schritt in diese Richtung entwickeln, wenn sie sich die Annahmen als erfolgsversprechend erwiesen haben. Grundvoraussetzung dafür ist, dass Unternehmen einen Entwicklungsprozess anwenden, der es ihnen erlaubt schnell auf Trends und Veränderungen zu reagieren. Außerdem brauchen Unternehmen sowohl eine Wertschätzung für ihre bestehenden Prozesse und Produkte als auch für Innovationen.
  • Wer ist der Treiber für Businesssoftware in 20 Jahren? Ist es noch der monetäre Gewinn? Könnte der aktuelle Wertewandel in den aufstrebenden Generationen auch zu anderen Treibern führen?
  • Wo könnte man sich Anregungen holen? Es ist sinnvoll sich historische Daten zur Entwicklung von Technologien anzuschauen. Außerdem kann ein Blick in andere schnelllebigere Branchen, z.B. Spieleindustrie, hilfreich sein.
  • Kann man Nutzern eine bestimmte Veränderung oder Innovation aufzwingen bzw. aufdrängen? Ja und Nein. Man kann Nutzer nur zwingen wenn man ein mächtiges Monopol hat. Ansonsten lassen sich Anwender nur motivieren, wenn die Lösung entsprechend große Mehrwerte liefert.

Interessante Erkenntnis am Rande: SAP setzt bei User Research bzw. Future Workshops auf eine Art größere Fokusgruppen, bei denen sowohl Anwender und SAP-Mitarbeiter teilnehmen. In diesen Fokusgruppen wird auch eine Fishbowl-Methodik eingesetzt, um die Meinungen von möglichst vielen Teilnehmern einzuholen.

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