Der UX Roundtable UX@IT fand heute im SAP AppHaus statt. Der UX Roundtable UX@IT ist ein Treffen von UX Professionals aus größeren Unternehmen mit Schwerpunkt „(interne) IT“. Inhaltlich ging es, wie auch in den letzten Roundtables, um den Erfahrungsaustausch zu aktuellen UX-Themenstellungen. Darunter waren dieses Mal spannende Themen wie „UX Ausbildung für Non-Designer“, „Organisationsmodelle für UX“ und „Wie kommen Anforderungen am sinnvollsten ins agile Backlog?“.

Auch wenn diese Themen sehr interessant sind, möchte ich Euch lieber vom Ort berichten, an dem unser Erfahrungsaustausch stattgefunden hat – dem SAP AppHaus. Er ist nämlich ein weiteres wunderbares Exemplar in meiner Sammlung von UX Design Spaces.

Eingang

Das SAP AppHaus versteckt sich in einem alten Industriegelände in wunderschön restaurierten Backsteingebäuden. Im gleichen Gebäude wurden früher am Fließband Zigarren gerollt. Das AppHaus ist gut versteckt, so dass wir uns zum Eingang ein wenig durchfragen mussten. Das AppHaus ist dort aber so bekannt, dass jeder gleich wusste, wo wir hinmüssen.

„Das SAP AppHaus ist nicht die klassische SAP.“

Die ursprünglich Idee des SAP AppHaus war wohl mal, die Entwicklung von Apps bei SAP zu beflügeln. Mittlerweile steht es aber ganz im Zeichen von Kundenzentrierung, Human Centered Design und Design Thinking.

Das SAP AppHaus ist eine Art (Frei-)raum in dem Design-/bzw. Innovationsprojekte mit Kunden oder Projekte durchgeführt werden, welche eine designorientierte Kultur befördern. Darüberhinaus finden im SAP AppHaus auch Trainings für Design Thinking und Innovation- Ausbildung für die Teams von SAP-Kunden statt. Es ist ein Ort in dem Entwicklungs- oder besser Designteams auf Kunden oder auf andere Entwicklungs-/Designteams treffen.

Arbeitsbereich der Mitarbeiter

Organisatorisch wirkt es wie eine mittelgroße Designagentur. Im AppHaus Heidelberg arbeiten ca. 20 internationale Designer, Design Thinker und Design Manager. Die zusätzlichen Rollen, die in den Projekten benötigt werden, wie z.B. Entwickler oder Produktmanager, kommen je nach Thema und Bedarf von Kunden oder aus der SAP-Linienorganisation hinzu.

Das AppHaus ist als weltweites Prinzip angelegt. Es gibt die SAP-eigenen AppHäuser nicht nur in Heidelberg und Berlin sondern auch an 8 anderen Orten in der Welt, z.B. New York oder Palo Alto. Weltweit arbeiten ca. 65 Designer in den SAP AppHäusern. Das weltweite AppHaus-Netzwerk integriert zusätzlich Partner-Unternehmen mit eigenen AppHäusern.

„Räume schaffen Möglichkeiten. Wenn wir in klassischen 4er Büros arbeiten, dann kommen auch klassische Sachen raus.“

Von den Räumlichkeiten her besteht das AppHaus Heidelberg aus einem großen Workshopbereich, einer Fläche für Networking sowie einem Arbeitsbereich für die Mitarbeiter. Beides erstreckt sich über eine Fläche von ca. 900 . Außerdem gibt es zwei Häuser weiter noch zusätzliche Räumlichkeiten für die Projektarbeit.

Man spürt, dass die gesamte Inneneinrichtung des AppHauses mit einer bestimmten Intention belegt ist. Es gibt kommunikative Ecken, die zum Sitzenbleiben einladen. Es gibt Arbeitsecken, deren hohe Stühle und harte Sitzflächen Bewegung belohnen. Es gibt Flächen zum konzentrierten Arbeiten oder Flächen zu gespannten Zuhören.

Bereich für Workshops und Vorträge

Die Gestaltung der Rückzugsräume wurden durch verschiedene Themen inspiriert, wie z.B. das Bauhaus oder Sherlock Holmes. Teilweise sind diese aber auch direkt für einen bestimmten Zweck, z.B. Prototyping oder Experimentieren, ausgelegt. Ich fand die ganze Raumgestaltung sehr inspirierend. Die unterschiedlichen Räumlichkeiten verändern beim Betreten ein bisschen die eigene Stimmung. Auf diese Weise sollte es den Teams sicher leichter fallen, ihre Ideen immer wieder auf’s Neue in spannende Geschichten zu verpacken.

Besprechungszimmer inspiriert von Sherlock Holmes

Zu guter Letzt gibt es im SAP auch noch eine große Küche mit einem langen Tisch, die für das gemeinsame Mittagessen oder zum kulinarischen Teambuilding genutzt werden kann.

SAP scheint mit dem AppHaus auch ein wenig unter die Raumgestalter gegangen zu sein. SAP bietet nämlich über das AppHaus auch Tools an, mit denen SAP Kunden ähnliche Räumlichkeiten für Ihre Innovationsarbeit entwerfen und planen können. Die Planung geht dabei über die Räumlichkeit bis in die Ausgestaltung der einzelnen Teams.

Prototyping

PS: Vielen Dank an SAP für die Einladung und die vielen Eindrücke. Jetzt habe ich wieder dieses „Das möchte ich auch“-Gefühl 🙂

Kategorien: Ideas / Innovation

Ulf Schubert

Ulf ist Experte für Customer/User Experience, Design Management und Touchpoint Management. Er ist bei DATEV als Senior Head of UX & Touchpoint Experience für das Produktdesign der DATEV Produkte und die Customer Experience an allen Kunden-Kontaktpunkten der DATEV verantwortlich. Davor hat er mit seiner Agentur openeyes bzw. später bei SirValUse Unternehmen, wie z.B. eBay, Microsoft, OTTO, Axel Springer und MINI, zu User Experience, Innovation und Design beraten. Er engagiert sich über Bitkom und German UPA für besseres Digital Design in Deutschland. Er teilt seine Erfahrungen über Vorträge auf Konferenzen und Trainings. Er ist einer der Gründer und Organisatoren des UX Stammtisch Franken.