Edna Kropp (akquinet) berichtet aus einer Analyse beim Berliner Spiele-Startups Wooga hinsichtlich UX und berichtete über das anwenderorientierte Vorgehen bei der Spieleentwicklung. Sie wollte herausfinden, wie User Experience bei Wooga in der Praxis gelebt wird und welche Methoden eingesetzt werden. Hintergrund war die Beobachtung, dass in der Spieleentwicklung eher weniger die wissenschaftlichen UX-Methoden bzw. UX-Begriffe eingesetzt werden. UX wird in der Spieleentwicklung nach Ihrer Erkenntnis eher intuitiv gelebt. Dazu wurden in zwei Workshops und 6 Interviews Prozesse analysiert und Einzelpersonen befragt.

Ihre Erkenntnisse im Überblick:
- Bei Wooga werden Spiele agil und unter permanenter Erfolgskontrolle entwickelt.
- Neue Ideen entstehen so, dass pro Jahr ca. 40 Prototypen entwickelt werden. Die Ideen kommen von Mitarbeitern und werden über mehrere Schritte unter regelmäßiger Evalution von Prototypen zu sehr wenigen freigabefähigen Produkten entwickelt. Die Mitarbeitet arbeiten in einer Grass-Root-Kultur und dürfen im Rahmen bestimmter Ziele machen was sie wollen.
- Zur Evaluation und Erfolgskontrolle werden KPIs, A/B-Tests und Usability Tests eingesetzt.
- Zur Anforderungserhebung bzw. Ideenfindung werden Visual Dictionary Workshops, Interviews und Personas eingesetzt. Beim Visual Dictionary Workshop erhalten die potentielle Anwender zu einem bestimmten Thema, welches sie interessiert, eine Wolke von Adjektiven. Für diese Adjektive wird dann entschieden, ob sie zu diesem Thema passen oder nicht. Danach werden aus einer Sammlung Bilder ausgewählt. Die Adjektive werden dann den Bildern zugeordnet. Am Ende entsteht ein Moodboard welches die wesentlichen visuellen Merkmale und Attribute für die Gestaltung des Spieles darstellt.