Russ Unger gab in seinem Beitrag Empfehlungen für die Auswahl neuer Mitarbeiter im Designbereich und das optimale Onboarding neuer Mitarbeiter:

Performance-Profil anstatt Stellenbeschreibung

Die Suche nach neuen Mitarbeitern sollte damit beginnen zu definieren, was die Person nach einer gewissen Zeit erreicht haben sollte. Dies kann in einem Workshop mit den Team-Mitgliedern erfolgen, in dem gefragt wird „Wann würde die/der neue Kolleg/in kündigen?“, „Wann würden wir der neuen Kolleg/in kündigen.“, „Was muss die Person erreichen?“, „Wann ist sie gut?“. Die Antworten werden dann in einer Mission für die Stelle zusammengeführt und ein Performance-Profile erstellt.

Interview-Guidelines anstatt „Jeder fragt, was er will.“

In Vorbereitung des Interviews sollten Fragen formuliert werden. Für jede Frage sollte definiert werden, was gute und schlechte Zeichen für die Entscheidung sind. Diese sollten in Zusammenhang mit dem Performance-Profil stehen.

Strukturierte Interviews

Jobinterviews sollten wie strukturierte Interviews geführt werden. Portfolio-Reviews sollten Teil des Interviews sein. Das Interview beginnt mit der Geschichte, in der der Bewerber/in erzählt, wie es zur Bewerbung kam. Danach folgt ein Teil in der/die Bewerber/in danach gefragt wird, worauf er oder sie sehr stolz ist und warum der/die Bewerber/in für das Unternehmen arbeiten will. Danach folgen 3 Interviews mit Teamkollegen, in der Aspekte wie fachliche Fähigkeiten, Softskills und Kenntnisse besprochen werden. Am Ende besprechen alle Interviewer das Ergebnis ihrer Gespräche und treffen eine Entscheidung.

Bis zum Start in Kontakt bleiben

Nach dem erfolgreichen Interview und die positive Entscheidung erleben die meisten Bewerber eine lange Wartezeit. Er empfiehlt, dass Designmanager die Zeit nutzen, um bereits mit dem Onboarding zu beginnen. Das beinhaltet auch einen Anruf kurz vor dem Start, in dem der erste Tag besprochen wird.

Onboarding

Bei der Einarbeitung von neuen Mitarbeitern ist es hilfreich den neuen Kollegen einen Paten an die Seite zu stellen, der dabei unterstützt sich im Unternehmensalltag zurecht zu finden. (Buddy System) Für Paten sollte es ein Dokument mit Tipps, Tricks und Guidelines geben.

Idealerweise sollten neue Kollegen mit internen Projekten beginnen, um das Unternehmen und seine Arbeitsweise kennenzulernen. Interne Projekte bieten außerdem einen sicheren Raum, um sich auszuprobieren. Erst danach sollten neue Kollegen das Projekt bekommen für das sie eingestellt wurden.


Ulf Schubert

Ulf ist Experte für Design Management, User Experience und Design Thinking. Aktuell ist er als Head of UX bei DATV für die User Experience der DATEV Produkte verantwortlich. Davor hat er mit seiner Agentur openeyes bzw. später bei SirValUse Unternehmen, wie z.B. eBay, Microsoft, OTTO, Axel Springer und MINI, zu User Experience, Innovation und Design beraten. Er engagiert sich über Bitkom und German UPA für besseres Digital Design in Deutschland. Er teilt seine Erfahrungen über Vorträge auf Konferenzen und Trainings. Er ist einer der Gründer und Organisatoren des UX Stammtisch Franken.