chi2016: Keynote – The Bright Continent

Die CHI 2016 beginnt mit der Keynote “The Bright Continent” von Dayo Olopade. Sie ist durch viele Länder in Afrika gereist und hat ihre Erfahrungen bzw. Beobachtungen zur Gesellschaft in einem Buch namens “The Bright Continent” festgehalten. Im Wesentlichen ging es in ihrem Vortrag darum, was Unternehmen und Organisationen in Wohlstandsgesellschaften von Unternehmen in Entwicklungsländern lernen können. Sie selbst ersetzt dabei in ihrem Vortrag das Wort “Wohlstandsgesellschaft” durch “Fat Economy” und das Wort “Entwicklungsland” durch “Lean Economy”. “Fat Economies” können aus Ihrer Sicht von der schnellen Anpassungsfähigkeiten afrikanischer Unternehmen lernen. Afrikanische Unternehmen sind aufgrund der fehlenden Infrastruktur gezwungen, sich schnell und pragmatisch an die Anforderungen des Marktes anzupassen. Beispiel Stromnetz: Da es kein verlässliches Stromnetz gibt, verkaufen Unternehmen Solar-Stromanlagen, die so gebaut sind, dass aus der Stromerzeugung der einzelnen Haushalte Schritt für Schritt ein Community-basiertes Stromnetz entsteht, mit dem sie Geld verdienen und erfolgreich sein können.

Um wachsen zu können, müssen afrikanische Unternehmen erfinderisch werden und können sich nicht auf eine bestehende Infrastruktur verlassen. Afrikanische Unternehmen und Gesellschaften basieren im Wesentlichen auf informellen Systemen, die sich aus Sicht der “Fat Economies” chaotisch und unorganisiert anfühlen. Aus Sicht von Dayo Olopade ist diese Sichtweise aber zu kurzsichtig. Sie rät vielmehr dazu hinter die Kulissen von “Lean Economies” zu schauen und zu verstehen, wie informelle und selbstorganisierende Systeme eine erfolgsversprechende Alternative sein können.

In lean economies adaptation is the way forward.

“Fat Economies” fokussieren ihrer Meinung nach zu oft auf formale Prozesse und Entwicklungsvorhaben, die stark von bestehenden Infrastrukturen und einem mächtigen Finanzsystem abhängen. Anstelle dessen sollte die Fokussierung auf den Nutzen bzw. das Ergebnis stehen und informelle Vorgehensweisen als eine Alternative gesehen werden.

Great design will change lifes.

Sie plädiert für eine Sichtweise ganz im Sinne des Design Thinkings. Sie rät dazu afrikanische Gesellschaften nicht von oben herab als “Entwicklungsländer” zu betrachten, sondern als “Lean Econnomies” zu verstehen von denen wir, in den “Fat Economies”, lernen können.

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