Nicole Burrow (Spotify) verglich die Zusammenstellung eines guten Design Teams mit der Zusammenstellung einer guten Band.

Zunächst müssen die richtigen Instrumente in der Band sein. Jeder muss sein Instrument professionell spielen können. Die Band muss eine Kultur haben, die es an die Spitze der Charts bringt. Dies beginnt bei der Rekrutierung der richtigen Personen – einer der wichtigsten Aufgaben von Design Managern. Eine heterogene Zusammenstellung mit unterschiedlichen Skills und Charakteren ist ratsam. Weiterhin ist ein gutes Onboarding der Teammitglieder notwendig. Die Teammitglieder sollten an die Hand genommen werden, damit sie schnell lernen, wie sie im Team und im Unternehmen agieren können. Sie müssen sich schnell als Teil des Teams fühlen. Das wird auch durch sichtbare Zeichen für die Gruppenzugehörigkeit, wie z.B. Kleidungsstücke, unterstützt.

A bad hire is not worth the cost. When in doubt, don‘t hire, keep looking.

Spotify hat mittlerweile die dezentrale Positionierung ihrer Designer in den crossfunktionalen Squads aufgegeben, da das gestalterische Ergebnis nicht gepasst hat. Die Zusammenarbeit der Designer über die verschiedenen Squads hinweg war zu schwierig. Mittlerweile gibt es Designteams, die neben den Squads positioniert sind und diesen zuarbeiten. Die Designer arbeiten aufgrund der Nähe besser zusammen und erreichen bessere Ergebnisse.

Die Designteams steuern ihre Arbeit über Product Design Briefs. In diesen wird das zu lösende Problem und der Nutzen für das Business definiert. Die einzelnen Tätigkeit werden wöchentlich über ein Kanban-Board priorisiert.

Ein weitere Aspekt ist die Verhinderung von Burnouts. Spotify versucht das durch den Aufbau von Gruppen, in denen Unzulänglichkeiten in einer vertrauensvollen Atmosphäre geteilt und diskutiert werden können. Natürlich gehört auch das Geben und Emfangen von offenem Feedback dazu.

Damit sich die Designer auf ihrer praktische Arbeit konzentrieren können, setzt auch Spotify auf Designops.

Sie diskutierte auch die Frage, ob Designer in ihrer Karriere eine Experten- oder Manager-Laufbahn einschlagen sollten. Als Hilfestellung für die Entscheidung, ob eine Manager-Rolle für Designer in Frage kommt, empfahl sie folgende Fragen:

  • Bist du Bereit die Kontrolle über die Details der praktischen Arbeit aufzugeben?
  • Ist es für Dich ok, wenn andere die Lorbeeren für Erfolge ernten?
  • Ist Dein Fühungsstil auf Menschen und nicht auf Aufgaben fokussiert?
Designer-Karriere bei Spotify
Kategorien: Designorganisation

Ulf Schubert

Ulf ist Experte für Customer/User Experience, Design Management und Touchpoint Management. Er ist bei DATEV als Senior Head of UX & Touchpoint Experience für das Produktdesign der DATEV Produkte und die Customer Experience an allen Kunden-Kontaktpunkten der DATEV verantwortlich. Davor hat er mit seiner Agentur openeyes bzw. später bei SirValUse Unternehmen, wie z.B. eBay, Microsoft, OTTO, Axel Springer und MINI, zu User Experience, Innovation und Design beraten. Er engagiert sich über Bitkom und German UPA für besseres Digital Design in Deutschland. Er teilt seine Erfahrungen über Vorträge auf Konferenzen und Trainings. Er ist einer der Gründer und Organisatoren des UX Stammtisch Franken.

1 Kommentar

Mein Fazit zur Leading Design 2019 #LDLON #leadingdesign – User Experience Blog · 9. November 2019 um 16:13

[…] auf crossfunktionale Teams, in denen Designer aufbau- und ablauforganisatorisch zugeordnet sind. Nicole Burrow berichtete davon, dass diese Organisationsform für die Designarbeit jedoch hinderlich war. Der Austausch […]

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