#LDFest 2021 – Wie DesignOps die Teamkultur fördern kann

Vertrauensvolle Zusammenarbeit ist die Grundlage für den Erfolg eines Unternehmens. Das gilt insbesondere in einer virtuellen Arbeitswelt, in der die meisten Teammitglieder aus dem Homeoffice arbeiten. Die Salesforce-Mitarbeiter:innen Michelle Hudson (Salesforce), Jason Kriese (UX Ops), Rachel Posman (UX Teamoperations), Pearl Koppenhaver (Business Technologies) teilten auf dem Leading Design Festival 2021 ihre Erfahrungen zum Einfluss von DesignOps auf die Teamkultur. Wichtig zu wissen: Salesforce beschäftigt aktuell +300 Mitarbeiter:innen mit UX-Aufgaben. Es handelt sich also um eine reife und große Designorganisation.

Die Desigteams arbeiten bei Salesforce häufig über mehrere Orte hinweg geographisch verteilt. Um den Zusammenhalt zu stärken, werden zwei unterschiedliche Arten von Veranstaltungen genutzt. Die eine dient zum Aufbau von Beziehungen und zur Pflege bestehender Beziehungen. Es sind einfache Netzwerktreffen, in denen häufig private Themen und Spaß im Vordergrund stehen. Darüberhinaus gibt es Veranstaltungen in denen es darum geht, die Arbeitsbeziehungen zwischen Mitarbeiter:innen zu stärken. Beispielsweise werden dazu Bedienungsanleitungen für Personen geschrieben und im Team besprochen. (Siehe Manual of Me) In diesen Bedienungsanleitungen wird u.a. beschrieben, wie man arbeitet oder wie man am liebsten Feedback bekommt.

Kreativität entsteht am besten, wenn man persönlich zusammenarbeitet. Nachdem auch Salesforce zu einem großen Teil auf Remote-Arbeit umgestellt hat, experimentieren sie mit Formaten, um kreative Zusammenarbeit zu fördern. Ein Beispiel dafür ist der “Day of Fun”. In diesem dreistündigen Event, werden unterschiedliche Themen angeboten, in den Mitarbeiter:innen gemeinsam kreativ werden oder Spaß haben können. Nachdem “Spaß” für jeden Menschen anders aussieht, gibt es unterschiedliche Angebote, von aktiven gemeinsamen Abenteuern bis hin zu Angeboten, bei denen man eher zuschaut. Ich hatte den Eindruck, dass auch Salesforce noch am experimentieren ist, wie Kreativität in einem Remote-Umfeld am besten gefördert werden kann.

Spannend fand ich die Frage, worauf sich Designmanager:innen beim Wechsel von der reinen Remote-Arbeit in hybride Arbeitssituationen einstellen müssen. Zum Glück ist diese Entwicklung absehbar und überrascht uns nicht so heftig, wie der Wechsel in die reine Remote-Arbeit. Ein wichtiger Aspekt für hybride Arbeitswelten wird Fairness sein. Eine faire Bewertung und faire Behandlung in Bezug auf Beförderung hängt stark von der Sichtbarkeit einer Person ab. Manager:innen sollten bei Bewertung und Feedback explizit die Arbeitssituation der Mitarbeiter:in berücksichtigen. Sie sollten sich bewusst machen, dass Sichtbarkeit im Büro kein guter Performance-Indikator ist. Außerdem sollten sie besonders darauf achten, Bühnen für Menschen zu bauen, auf denen sie auch in hybriden Arbeitswelten sichtbar werden können.

Wie bei Figma passt auch Salesforce den Onboarding-Prozess an die neuen Gegebenheiten an. Heute wird verstärkt darauf geachtet, dass die Bewerber:innen bzw. neuen Mitarbeiter:innen ein besseres Gefühl von der Teamkultur und Arbeitsweise bei Salesforce bekommen. Beispielsweise erhalten neue Mitarbeiter:innen zwischen Vertragsunterschrift und ersten Arbeitstag Willkommenskarten mit Bildern und Informationen zum neuen Team.

DesignOps wird häufig als Disziplin verstanden, die wie eine Art Motor die Skalierung von Design im Unternehmen vorantreibt. Im Fokus stehen dabei Tools, Prozesse, Arbeitsweisen, Kompetenzen und Methoden. Bei Salesforce will sich DesignOps auch um die Gesundheit der Designteams kümmern. Zunächst hatten sie dazu versucht, mit Hilfe eines Canvas und einer 5-stufigen Skala die Teamgesundheit einzuschätzen. Auf dieser Basis wollten sie dann Maßnahmen zur Verbesserung der Teamgesundheit ableiten. Aber: menschliches Wohlbefinden und eine positive Teamstimmung lassen sich nur schwer in eine 5er Skala pressen und vergleichen. Außerdem hilft der Zahlenwert wenig dabei zu lernen, wie es besser sein könnte. Wichtiger als der Zahlenwert ist, wie es den Teams geht und wie sie besser arbeiten können. Mittlerweile konzentriert sich DesignOps darauf Räume zu schaffen, in denen Teams in der eigenen Sprache über ihre Teamgesundheit sprechen und Verbesserungsmöglichkeiten identifizieren können.

Natürlich wurde auch das Thema Karrierentwicklung für Designer:innen angesprochen. Auch Salesforce setzt hier pro Jobrolle auf Entwicklungsleitfäden und Kompetenz-Matrizes. Beides wird genutzt, um mit Mitarbeiter:innen über Karriereschritte zu sprechen. Über diese Instrumente wird sichtbar, was das Unternehmen von Mitarbeiter:innen in einer bestimmten Rolle und auf einem bestimmen Level erwartet. Es wird aber nicht nur aufgezeigt, wo ein:e Mitarbeiter:in steht. DesignOps bietet Anschlussmöglichkeiten und zeigt konkret auf, was getan werden kann, um die Kompetenzen entsprechend der nächsten Stufe weiterzuentwickeln.

Die DesignOps-Disziplin bei Salesforce will darüber hinaus die persönliche Weiterentwicklung durch Inspiration und Kritik fördern. Zur Inspiration werden Redner:innen aus von unterschiedlichen Disziplinen und Unternehmen für Vorträge in der UX Community gewonnen. Außerdem kümmert sich das DesignOps darum, dass es Formate gibt, in denen Designer:innen durch Designkritik lernen können. Interessanter Nebenaspekt: Salesforce-Manager:innen dürfen an Designkritik-Sessions teilnehmen, um die Leistungen ihrer Mitarbeiter:innen besser einschätzen zu können.

Übrigens: Jason hat seine Erkenntnisse zu DesignOps auch in diesem Artikel “How Design Ops Can Influence Your Team Culture” veröffentlicht. Außerdem könnte zu diesem Thema auch der Artikel “Team Ops and Product Ops: The Perfect DesignOps Pair” interessant sein.

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