MuC-UP13: Experience Tagebücher

Angelika Kunz (Usecon) hat in ihrem Beitrag über die Potentiale und Einschränkungen von Experience Tagebücher sowie Gesetzmäßigkeiten für den richtigen Einsatz gesprochen.

Bei Experience Tagebücher machen Testpersonen wiederholt Notizen zu Erlebnissen und Erfahrungen mit einem Produkt. Die Notizen werden dabei im realen Kontext aufgezeichnet. Dabei können unterstützend Fragen, Ratingskalen zur Bewertung und Aufgaben gestellt werden. Tagebücher können auf Papier, Online und als mobile Anwendung eingesetzt werden.

Vorteile sind, dass die Beobachtung direkt im Umfeld des Teilnehmers stattfindet und längere Beobachtungszeiträume möglich sind. Nachteil ist der hohe Aufwand für Forscher und Teilnehmer. Aus eigener Erfahrung möchte ich ergänzen, dass Experience Tagebücher im geschäftlichen Bereich seitens der Testpersonen auf eine deutlich geringere Akzeptanz stoßen als Methoden, mit geringerem Zeitaufwand. In Anwendungsbereichen, in denen Effizienz eine große Rolle spielt bzw. in Nutzungskontexten in denen die Testpersonen hoher mentaler Belastung ausgesetzt sind, ist ein Einsatz von Tagebüchern aus meiner Sicht nicht sinnvoll.

Angelika Kunz gibt hinsichtlich der Stichprobengröße die Empfehlung mit 15-20 Anwendern zu arbeiten. Tagebücher sollten im Mix mit anderen Usability-Methoden eingesetzt werden. Für die Durchführung der Tagebücher müssen die Testpersonen ausreichend über die Methodik informiert werden. Außerdem müssen die Testpersonen während der Feldphase regelmäßig kontaktiert werden. Während der Feldphase sollten die Dokumentationen der Testpersonen regelmäßig auf Qualität geprüft werden.

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