muc16: Zertifizierung von Usability-Professionals: Inhalte für eine Vertiefung User Interface Design

In diesem Workshop ging es Knut Polkehn (artop) und Monika Gillessen (adesso) um die Erhebung von Anforderungen und Ideen für eine Erweiterung des Zertifizierungsprogrammes CPUX des UXQB um ein Zertifikat namens CPUX-IIP (Interaction Specification, Information Architecture, Prototyping).

Einleitend wurde der Aufbau der CPUX-Zertifizierung vorgestellt und ein kurzer Einblick in die Verbreitung sowie Ausbau der Zertifizierung gegeben. Aktuell gibt es Schulungsanbieter in Deutschland, Österreich, Schweiz, Dänemark, Großbritannien und Niederlande … Tendenz steigend. Die Zertifizierung etabliert und verbreitet sich stetig. Die fertige CPUX-Zertifizierung soll am Ende mal so aussieht:


Für mich persönlich sind solche Zertifikate bei der Auswahl von Bewerbern sehr hilfreich. Von daher würde ich mir in ungeordneter Reihenfolge wünschen, dass ein CPUX-Zertifikat für User Interface Designer nachweist, dass der/die Inhaber/in des Zertifikates über folgende Kenntnisse bzw. Fähigkeiten verfügt:

  • Methoden des Human-Centered Design;
  • Anforderungserhebung, Anforderungsbeschreibung und Anforderungsmanagement;
  • Vorgehensmodelle und Methoden der Produktgestaltung von Ideation über Konzeption bis zur “Reinzeichnung” (Design Thinking, Double Diamond, …);
  • Grundlegende Gestaltungsprinzipien (Gestaltgesetze, Layout-Grundlagen, …) und die dazugehörenden wahrnehmungspsychologischen bzw. wahrnehmungsphysiologischen Grundlagen;
  • Motion Design (Konzeption von Animationen);
  • Icon Design (Bildsprache, Semantik, Syntax, Aufbau von Bibliotheken);
  • Visualisierung von Ideen (Skizzen, Storyboarding, User Journey Map, Film, Theater);
  • UI/Design Patterns, anerkannte Bedienstandards, Gestaltungsstandards für verbreitete Betriebssysteme/Ökosysteme;
  • Styleguides für Oberflächengestaltung;
  • Informationsarchitektur (Aufbau, Dokumentation, Kommunikation);
  • Grundlagen Content Design;
  • Eingabemethoden (Tastatur, Touch, Sprache, …);
  • Ausgabemedien inkl. Responsivität und Adaptivität;
  • Erstellung von Prototypen (Low-Fidelity, High-Fidelity, Paper, Wizard of Oz);
  • Oberflächentechnologien für Web, App und Software;
  • Grundkenntnisse in den gängigen Entwicklungsvorgehen (Wasserfall, Agile, Lean, …);
  • Systemdenken für die Konzeption von Ökosystemen und deren Bestandteilen;
  • Grundlagen Corporate Identity / Design und Markenkommunikation;
  • Gesetzliche und regulatorische Anforderungen für die Produktgestaltung (BGG, Bildschirmarbeitsverordnung, MPG, …)

Natürlich wäre es schön, wenn das Zertifikat auch etwas zum gestalterischen Talent aussagen würde. Aus praktischer Sicht ist das aber wahrscheinlich nicht einfach über eine Zertifizierung abbildbar.

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