Philipp Gräßer (Goldschnitt) hat in seinem Beitrag die Ergebnisse seiner Masterarbeit vorgestellt. In dieser hat er sich mit der Interaktion auf Basis von Blickbewegungen beschäftigt. Er geht davon aus, dass die aktuell zu beobachtende Kostenreduktion und steigende Verfügbarkeit von Eyetracking-Geräten dazu führen wird, dass diese Form der Interaktion Einzug in den Endverbrauchermarkt halten wird.
Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass das Potential der Blickinteraktion vor allem in der multimodalen Eingabe liegt.
Aktuell beobachtet er jedoch nur wenige Interaktionskonzepte auf Basis von Blicken. Häufig wird die Blickbewegung ähnlich der Maussteuerung über eine Art Cursor realisiert. In seinem Vortrag stellte er eine Reihe von Ideen zur Kombination von Blickinteraktion mit bestehenden Eingabegeräten vor, die er in verschiedenen Prototypen ausprobiert. Ausgewählte davon waren:
- Kombination von Touch und Blick: Der Blick zeigt den Mouseover-Effekt eines Buttons bzw. den Tooltipp eines Icons an. Touch löst Aktion aus.
- Kombination von Tastatur und Blick: Der Blick wird dazu verwendet ein Eingabeelement zu fokussieren. Die Eingabe erfolgt dann über die Tastatur.
- Rechtschreibkorrektur: Während der Texteingabe wird im Rahmen der Korrekturfunktionen der Blick dazu verwendet, das richtige Wort während des Schreibens auszuwählen.
- Kombination Trackpad und Blick: Der Blick fokussiert ein Element. Eine Wischbewegung auf dem Trackpad löst eine Copy&Paste-Aktion aus.
- Vergrößerung: Die Vergrößerung eines Bildes erfolgt in Abhängigkeit des Abstands der Augen vom Bildschirm. Wird das Abstand zwischen Auge und Bildschirm verringert, wird das Bild vergrößert und natürlich umgekehrt.
- Texte: Als Negativbeispiel nannte er die Idee, dass beispielsweise Lizenzvereinbarungen automatisch bestätigt werden, wenn sie tatsächlich gelesen wurden.