RFID Pilotprojekt für medizinische Notfälle


(Screenshot: siemens.com)

In einem Pilotprojekt der Siemens Business Services und MedicAlert in den USA wird mit 3.500 Mitgliedern von MedicAlert ein Notfallausweis getestet, der mit einem RFID-Chip ausgestattet ist. Der Chip enthält alle notwendigen medizinischen Informationen, die Rettungskräfte an einem Unfallort benötigen und können von diesen mittels eines PDA ausgelesen werden. Außerdem gibt die Karte bei der Einlieferung ihres Besitzers in ein Krankenhaus den Zugang zu den medizinischen Informationen des Patienten in der MedicAlert-Datenbank frei.

Im Ernstfall können Informationen Leben retten. Ambulanz und Ärzte müssen vor der Behandlung eines Patienten nicht nur seine akuten Beschwerden kennen, sondern auch welche Krankenvorgeschichte er hat, ob er allergisch auf bestimmte Medikamente reagiert, wer die sonstigen behandelnden Ärzte und engsten Angehörigen sind. Die vier Millionen Mitglieder der gemeinnützigen Organisation MedicAlert tragen darum bereits heute eine Halskette mit Metall-Anhänger, auf dem die wichtigsten medizinischen Daten und die Identität des Besitzers eingraviert sind.
Um noch schneller an die Informationen zu kommen und Abläufe zu automatisieren, erprobt Siemens Business Services jetzt mit MedicAlert den Einsatz von RFID: Mitglieder von MedicAlert in den USA erhalten künftig eine Kunststoffkarte mit integriertem RFID-Chip. Darauf sind Informationen zu Allergien und dem allgemeinen medizinischen Zustand des Patienten gespeichert. Im Notfall halten die Rettungskräfte einen PDA mit RFID-Lesegerät von außen an die Taschen des Patienten, und der RFID-Chip sendet auch durch Kleidung oder Geldbörse hindurch die relevanten Daten für die sichere Erstversorgung.
Liefern die Retter den Patienten ins Hospital ein, passiert er zwei am Eingang der Notaufnahme installierte RFID-Lesegeräte. Erkennen sie seine RFID-Karte, stellen sie automatisch eine Verbindung her zur Datenbank von MedicAlert. Das behandelnde Personal hat so blitzschnell die detaillierte medizinische Vorgeschichte des Patienten im Behandlungsraum zur Verfügung.
In einem ersten Test wurde Ende 2005 die Technik erprobt. In Kürze beginnt die zweite Phase mit 3.500 Patienten und einem Krankenhaus, das derzeit ausgewählt wird. Siemens Business Services hat die gesamte Lösung zusammen mit MedicAlert konzipiert und realisiert.

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