chi2016: Lessons Learned from Conducting Group-Based Research on Facebook

Veröffentlicht von Ulf Schubert am

In dem Beitrag der Indiana University und der University of Galgary wurde eine Case-Study zur Verwendung von Facebook als User Research Tool vorgestellt. Konkret ging es um Studien mit Menschen, die an seltenen Krankheiten leiden. Da diese Menschen geografisch sehr verstreut leben, war es nicht möglich Studien im Labor durchzuführen.

Daher entschieden sich die Forscher sowohl die Rekrutierung als auch die Durchführung der Studie über Facebook abzuwickeln. Facebook kam deshalb in Frage, weil sich die Zielgruppe der Studie bereits dort in spezielle Interessengruppen austauscht. Die Rekrutierung der Testpersonen erfolgte über diese Interessengruppen. Dazu traten die Forscher den Interessengruppen bei und stellten sich sowie ihr Anliegen vor. Nachdem die Mitglieder der Interessengruppen zumindest teilweise Offenheit für das Vorhaben signalisiert hatten, wurden 13 Teilnehmer in eine geschlossene Facebook-Gruppe eingeladen. Dort erhielten sie nach der Unterzeichnung einer Datenschutzvereinbarung in regelmäßigen Abständen über 22 Wochen hinweg je eine Testaufgaben pro Woche. Eine Testaufgabe war z. B. das die Teilnehmer in einem Tagebuch ihre Gespräche mit Anderen in den nächsten 24 Stunden über ihre Krankheit festhalten sollten.

Im Fazit resümieren die Forscher, dass diese Art des User Research gut funktioniert hat. Dazu mussten sich die Forscher aber zum einen in die Interessengruppen integrieren und zum anderen dafür sorgen, dass eine homogene „Forschungsgruppe“ mit einem guten Vertrauensverhältnis untereinander entsteht. Wie auch in anderen Online-Verfahren konnten sie beobachten, dass Testpersonen die Aufgaben nicht immer in der Reihenfolge bearbeiten, wie sie ihnen gestellt werden. Sie empfehlen daher aufeinander aufbauende Aufgabenstellungen in dieser Studienform zu vermeiden.

Das gesamte Studienmaterial steht unter:
tiny.cc/chi2016material

für die freie Verwendung zur Verfügung. Die Forscher hoffen, dass andere UX Professionals ihre Ideen sowie Vorgehensweise aufgreifen, damit ergänzende Erfahrungen machen und diese ebenfalls veröffentlichen.

Siehe auch

Lessons Learned from Conducting Group-Based Research on Facebook


Ulf Schubert

Ulf ist Experte für Customer/User Experience, Design Management und Touchpoint Management. Er ist bei DATEV als Senior Head of UX & Touchpoint Experience für das Produktdesign der DATEV Produkte und die Customer Experience an allen Kunden-Kontaktpunkten der DATEV verantwortlich. Davor hat er mit seiner Agentur openeyes bzw. später bei SirValUse Unternehmen, wie z.B. eBay, Microsoft, OTTO, Axel Springer und MINI, zu User Experience, Innovation und Design beraten. Er engagiert sich über Bitkom und German UPA für besseres Digital Design in Deutschland. Er teilt seine Erfahrungen über Vorträge auf Konferenzen und Trainings. Er ist einer der Gründer und Organisatoren des UX Stammtisch Franken.