Ich erinnere mich noch sehr gut an einen meiner ersten Aufträge als selbstständiger UX-Designer. Damals sollte ich eine bereits fertig konzipierte Business-Software “aufhübschen”. Genauer gesagt sollte ich der Software mit ein paar visuellen Tricks und Icons zum Erfolg verhelfen. Das war vor über 20 Jahren und hat dem Produkt damals sicher nicht viel gebracht.
Design wurde damals als eine Tätigkeit verstanden, die sich vor allem um Styling, Farben und Wow-Effekten dreht. Gerade in den ersten Jahren meine Karriere musste ich immer wieder erklären und zeigen, dass Design mehr als das ist.
Wir schreiben das Jahr 2024 und UX-Design ist eine etablierte Disziplin in der digitalen Produktentwicklung. Man sollte meinen, dass Unternehmen mittlerweile verstanden haben, was sie bekommen und erwarten können, wenn sie UX Designer:innen einstellen bzw. beauftragen. Leider ist das noch nicht in jedem Fall so. Ich höre immer noch ab und zu von Missverständnissen zur Rolle von UX-Designer:innen.

Mit diesem Beitrag möchte ich einen Blick auf die vielfältigen und teilweise unterschätzten Beiträge werfen, die UX-Designer:innen leisten, um Produkte, Services und interne Prozesse zu verbessern und letztlich die Kundenzufriedenheit sowie Wirtschaftlichkeit von Unternehmen zu verbessern. Dabei entspringen die nachfolgenden Punkte nicht nur aus meinen Erfahrungen, sondern auch aus einer angeregten Diskussion auf LinkedIn.
Der wichtigste Punkt zuerst: Wenn UX-Design:erinnen über Design sprechen, dann meinen sie damit nicht nur die Ästhetik eines Produktes. Sie verstehen unter Design das Aussehen, die Funktionsweise, die Arbeitsprozesse und das Nutzungserlebnis.
Die vielseitigen Mehrwerte von UX-Designer:innen
- Empathische Problemlöser:innen: UX-Designer:innen haben die Fähigkeit, Probleme aus der Perspektive der Anwender:innen zu verstehen und kreativ zu lösen. Sie fungieren als Brücke zwischen der Fachlichkeit und Technik. Sie übersetzen und verbinden die fachliche sowie technische Aspekte aus Sicht von Anwender:innen.
- Einfache Bedienbarkeit: Sie gestalten Produkte so, dass sie von Anwender:innen mühelos genutzt werden können.
- Erfüllen von Bedürfnissen und Erwartungen: Sie sorgen dafür, dass über die Produktgestaltung die Bedürfnissen und Erwartungen von Anwender:innen erfüllt werden. Sie schaffen damit die Grundlage für eine positive User Experience.
- Konsistente Produktgestaltung: UX-Designer:innen sorgen für eine konsistente Gestaltung entlang der gesamten User Journey. Das reduziert u.a. die Wahrscheinlichkeit von Bedienfehlern und den Lernaufwand. Sie erkennen Herausforderungen in der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Teams, die sich negativ auf die Kundenzufriedenheit auswirken können.
- Innovationsförderung: Mit kreativen Methoden inspirieren sie andere Mitarbeitende und tragen zur Entwicklung von Visionen bei.
- Bereicherung von Diskussionen: Mit ihren kreativen Kompetenzen und Visualisierungen vereinfachen, bereichern und beschleunigen sie die Diskussionen im Entwicklungsprozess.
- Förderung des gemeinsamen Verständnisses: Durch Design-Methoden verbinden sie Perspektiven unterschiedlicher Teams bzw. Mitarbeitender und schaffen ein gemeinsames Verständnis.
- Blick in die Zukunft: UX-Designer:innen unterstützen dabei, zukünftige Nutzerinteraktionen zu simulieren und Risiken frühzeitig zu identifizieren.
- Steigerung der Wirtschaftlichkeit: Sie erhöhen durch passende Produktgestaltung die Wirtschaftlichkeit von Produkten und Unternehmen.
In Summe zeigt sich, dass die Rolle von UX-Designer:innen weit über das bloße “Aufhübschen” von Produkten hinausgeht. Sie sind zentrale Akteure, wenn es darum geht, nutzerzentrierte, effektive und attraktive Lösungen zu entwickeln, die sowohl den Anwender:innen als auch den Unternehmen selbst zugutekommen.
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