World Usability Congress, Graz – Meine Erkenntnisse im Überblick #wuc2023

Es war wieder World Usability Congress in Graz. Falls Du den WUC noch nicht kennst: Der World Usability Congress ist eine viertägige internationale Konferenz für UX-Professionals mit ca. 600 Teilnehmenden. Sie ist mittlerweile eine der größten UX-Events in Europa. Es ist schön zu sehen, dass die Veranstaltung von Jahr zu Jahr wächst und professioneller wird. Und, damit ist nicht nur die Gestaltung der Eingangshalle gemeint.

Ich habe Dir wieder die wesentlichen Talks zusammengefasst, die ich mir angehört habe. Damit Du Dich nicht durch alle Details graben musst, findest Du hier die wesentlichen Erkenntnisse und am Ende die Links auf die detaillierten Zusammenfassungen der einzelnen Tage:

  1. Künstliche Intelligenz verändert die Arbeit von UX-Professionals erheblich. KI-Tools verschaffen UX-Professionals Zeit und unterstützen sie dabei, komplexere Probleme lösen sowie herausforderndere menschliche Bedürfnisse erfüllen zu können. KI-Tools können schon heute UX-Professionals bei UX-Research, UX-Design, der Erstellung von Personas, der Erstellung von Texten für Bedienoberflächen, der Automatisierung von Design-Workflows und beim Prototyping unterstützen.

  2. Bei der Entwicklung von KI-Anwendungen ist zu beobachten, dass wieder zu sehr auf die Technologie fokussiert wird. Es gilt aber immer noch: Software, egal ob mit oder ohne künstliche Intelligenz, lässt sich dann dauerhaft erfolgreich vermarkten, wenn sie menschliche Bedürfnisse erfüllt und für Menschen einen Nutzen stiftet.

  3. Empathie ist eine Superkraft, die UX-Professionals nicht nur für die Gestaltungsarbeit für ihre Anwender:innen nutzen sollten. Sie sollten sie auch für die Kolleg:innen im eigenen Team sowie für Stakeholder anwenden.

  4. Das Wohlbefinden der Mitarbeitenden sollte bei der Gestaltung von digitalen Systemen und Prozessen für Mitarbeitende bzw. in digitalen Transformationen stärker berücksichtigt werden. Interne Software sollte auf die psychologischen Bedürfnisse von Mitarbeitenden ausgerichtet sein.

  5. Der wichtigste Erfolgsfaktor für digitale Produkte ist die Differenzierung im Markt. Differenzierung kann durch den einzigartigen Nutzen, Performance, Zuverlässigkeit, Marke, Preis und Kundenservice erreicht werden.

  6. Gute Integration von UX in die Discovery-Phase beschleunigt den Entwicklungsprozess. UX-Designer sollten als neutrale Partner agieren und Informationen nutzen, um die Meinung des Entwicklungsteams im Sinne der Anwender zu formen.

  7. Die Effektivität von Führungskräften hängt vom Kontext ab. Sie erfordert das gute Zusammenspiel von Persönlichkeit und verschiedenen Kompetenzen. Effektive Führungskräfte haben fachliche, ergebnisorientierte, soziale und Organisationsentwicklungsfähigkeiten.

  8. Um UX erfolgreich zu etablieren: Lass Deine Kolleg:innen den Wert von UX spüren und sehen. Kreiere und erzähle Erfolgsgeschichten. Konzentriere Dich zunächst auf die Early-Adopter. Respektiere und berücksichtige bestehende Prozesse und das Fachwissen Deiner Kolleg:innen. Verlasse Dich auf die richtigen Partner:innen und Expert:innen. Mach es Deinen Kolleg:innen leicht, gute UX zu schaffen. Begeistere Dein Management.

  9. Eine wirksame Design- bzw. UX-Strategie beginnt mit Gesprächen mit Stakeholdern über deren Ziele, Erwartungen und angestrebte Ergebnisse. (Stakeholder-Alignment)

  10. Ein gutes Designsystem ist auf die Bedürfnisse des Unternehmens und der Designstrategie ausgerichtet. Die größte Herausforderung besteht darin, die Balance zwischen Einheitlichkeit und kreativer Freiheit in der Produktgestaltung zu finden.

  11. UX-Visionen sind ein gutes Werkzeug um ein gemeinsames Verständnisses darüber zu schaffen, was Anwender nach der Nutzung eines Produkts empfinden sollen. Diese Visionen berücksichtigen unterschiedliche Faktoren, die je nach Produktkategorie variieren. Die Ableitung von konkreten UX-Zielen und deren kontinuierliche Überwachung durch UX-Controlling sind entscheidend für den Erfolg.

  12. Eine Experience Strategy berücksichtigt sowohl die User Experience als auch die Customer Experience. Die wirksame Umsetzung erfordert die Zusammenarbeit eines crossfunktionalen Teams, die Übersetzung von Markenversprechen in praktische Prinzipien und die Schaffung einer klaren CX-Vision.

  13. Discovery-Phasen umfassen die Erforschung des Problemraums mit Hilfe von Stakeholder-Interviews, Anwender-Interviews oder Wettbewerbsanalysen sowie die Erarbeitung von konkreten Lösungen mittels Ideation-Workshops und Prototyping. Es geht darum auf Basis von soliden Kenntnissen zum Problemraum und durch Experimente herauszufinden, wie sich ein konkretes Problem lösen lässt.

Links auf die Zusammenfassungen der Tage

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